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DRK-Kita Janusz-Korczak-Haus

Lernen mit allen Sinnen in der Kita im Grünen


Portrait

Foto der DRK-Kita Janusz-Korczak-Haus„Lernen mit allen Sinnen in der Kita im Grünen“, so lautet das Motto unserer Kindertagesstätte im Stadtteil Langenbek. Wir betreuen 105 Kinder im Alter von ein bis zwölf Jahren. Wir arbeiten in fünf festen Gruppen und bieten darüber hinaus gruppenübergreifende Projekte an. Um 6.30 Uhr öffnet die Kita und bietet eine Betreuung bis 18.30 Uhr. Die naturnahe Gestaltung des Geländes lädt die Kinder zum phantasievollen Spiel. Hier können die Kinder gemeinsam zu Forschern und Entdeckern werden. Bewegung, kreatives Tun und Anregungen für alle Sinne sind die Fundamente unserer Arbeit.

In den vergangenen Jahren stand bei uns das Thema „Gesunde Kita“ im Vordergrund. Mit einem Gesundheitsprojekt wurde wir vom DRK als „Ort des gesunden Aufwachsens“ zertifiziert. Zudem haben wir uns am Projekt ÖKOPROFIT erfolgreich beteiligt. Dieses Ökologische Projekt Für Integrierte Umwelt-Technik hat zum Ziel, die Betriebskosten durch Schonung der natürlichen Ressour-cen zu senken. Ferner erhielt unsere Kita die Auszeichnung als „Fit Kid Kita“ mit gesundem Essen  und hat zweimalig mit  Projekten zum Thema Strom/Energie sowie Wasser den Titel „KITA21 - die Zukunftsgestalter“ erhalten.

Kontakt:
DRK-Kita Janusz-Korczak-Haus
Scheeßeler Kehre 4, 21079 Hamburg
Telefon: (040) 768 34 91
E-Mail: kita-janusz-korczak-haus@drk-hh-harburg.de
Web: http://www.kita-hamburg-langenbek.de/


Bedeutung des Nachhaltigkeitsgedankens für die Arbeit und Schwerpunkte gelebter Nachhaltigkeit

Eine Reise von der Steinzeit ins Jahr 2012 − Auf der Spurensuche nach Strom und Energie: Im Rahmen der wöchentlich dreistündigen Vorschularbeit befassten sich zehn zukünftige Schülerinnen und Schüler mit ihren zwei Erzieherinnen von November 2011 bis April 2012 mit Energie in der Steinzeit und heute. Der Besuch einer Steinzeitausstellung und eine anschließende Philosophierrunde hatte die Gruppe auf das Thema gebracht. Die Kinder machten sich als Energie-Detektive in der Kita auf die Suche nach Stromquellen und kälte- und wärmeproduzierenden Geräten.

Auf das Messen des Stromverbrauchs dieser Geräte folgte eine Ideensammlung, wie in der Kita Energie eingespart werden könnte. Zusammen mit dem Hausmeister wurde der Stromkasten der Kita inspiziert. Das Projektmaskottchen, eine Schneckenhandpuppe, begleitete die Kinder abwech-selnd nach Hause, um sie dort bei der Suche nach Stromfressern zu unterstützen. Die Familien schlossen Stromsparverträge mit eigenen Vorsätzen zum Energiesparen ab. In Experimenten und einem Gruppenspiel befassten sich alle mit dem Stromkreis, und die Kita lieh das Energie-Erlebnis-Fahrrad aus, wodurch das Verhältnis von Körperkraft und Energie spürbar wurde. An einem kalten Wintertag veranstaltete die Gruppe einen Tag ohne Strom und nutzte stromfreie Geräte wie eine Öllampe und Kurbeltaschenlampen, um Licht zu machen. In einer alten Kaffeemühle mahlten die Kinder Getreide für Stockbrotteig, der dann über einer Feuertonne im Garten gebacken wurde. Die Solaranlage auf dem Dach des Nachbarn animierte die Gruppe zur Auseinandersetzung mit dieser Energiegewinnungstechnik: Sie bastelten mit Solarbausteinen und bauten solarbetriebene Fahrzeuge. Bei einem Besuch im Kiekeberg-Museum buken die Kinder Brötchen in einem Holzofen und betrachteten die Ausstellung, die vom früheren Leben ohne Strom erzählte. Den Abschluss des Projektes bildete das Erstellen zweier großer Collagen, in denen die Erlebnisse aus dem Projekt bildlich dargestellt wurden.

Was bewegt Kinder – Kinder bewegen Wasser: Von Juni 2012 bis Ende Mai 2013 widmeten sich 22 Vorschulkinder spielerisch und sehr intensiv den vielen Facetten der Ressource Wasser.

Die Kinder hatten beim Sommerfest großes Interesse an dem Thema gezeigt. Eine erste Annäherung bot den Kindern eine Projektwoche mit Wassergeräuschen, -bildern und einem kurzen Theaterstück über Wassertiere. Im November befasste sich die Gruppe mit Fragen nach Beschaffenheit, Vorkommen, Verbrauch, Ursache und Lösungen von Verschmutzung sowie der weltweiten Verteilung von Wasser. „Tröpfchen“, eine selbstgenähte Handpuppe, begleitete die Kinder bei ihren Gesprächen und Untersuchungen. Eine Materialkiste zum Thema regte die Kinder zu Fragen und Ideen an. Der Film „Wasser ist Leben“ klärte die Projektgruppe über die Wassersituation in Afrika und die Folgen auf und lieferte weiteren Gesprächsstoff.

Das besondere Interesse der Kinder daran, wie verschmutztes Wasser wieder gereinigt werden kann, führte die Kinder zum Klärwerk von Hamburg Wasser. Überlegungen der Kinder, wie ein sauberes Gewässer erkennbar ist, brachte sie dazu, die Kita in einen sauberen Fluss mit langen Papierbahnen und aufgeklebten, selbstgemalten Pflanzen und Fischen zu verwandeln. Als Wasserdetektive markierten die Kinder alle Stellen, an denen in der Kita Wasser vorkommt; der Hausmeister zeigte ihnen die Wasserzu- und -ableitungen. An einem Vormittag ermittelten sie ihren eigenen Wasserbrauch beim Trinken, Händewaschen und Toilettengang. Als die Kinder wieder auf die Wasserverschmutzung zurückkamen, testeten sie unterschiedliche Materialien aus, um herauszufinden, welche die besten Eigenschaften zum Wasserfiltern besitzen. Beim Besuch einer Veranstaltung auf der Internationalen Gartenschau Hamburg (igs) lernten die Kinder den Wasserkreislauf im Wald kennen. Mit dem Umweltmobil der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erforschten die Kinder die vielfältigen Möglichkeiten des Wassertransportes und nahmen an einer bunten Wasser-Olympiade teil.

Schon längere Zeit überlegen wir in unserer Kita, wie wir die Kinder in einer gesunden Umwelt aufwachsen lassen und sie im nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen unsere Erde schulen können. Durch die Teilnahme an unterschiedlichen Projekten werden wir im Mitarbeiterteam stets aufs Neue für dies Thema sensibilisiert, und es entwickeln sich zahlreiche Ideen, wie wir dies mit den Kindern gemeinsam in Aktionen und besonderen Veranstaltungen als auch im Alltag thematisieren und umsetzen können.

Bildung für nachhaltige Entwicklung entspricht unserem pädagogischen Ansatz und unterstützt unser Ziel, ein Ort des gesunden Aufwachsens für Kinder zu sein.


Und wie geht es weiter?

Wir wollen auch zukünftig zu relevanten Themen der Nachhaltigkeit mit den Kindern im Gespräch sein. Dabei wollen wir die Fragen und Themen der Kinder aufgreifen und unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit zum neuen Denken animieren.  Konkret werden wir im Jahr 2014 mit allen Kin-dern der Kita in unterschiedlichen Projekten und mit unterschiedlichen Fragestellungen zum Thema Müll und Abfallvermeidung arbeiten.


HARBURG21  als lokales NachhaltigkeitsNetzwerk

Wir wünschen uns, dass HARBURG21 auch die kleinen Kinder im Blick hat. Natürlich können Erwachsene oder Jugendliche ganz andere Dinge bewirken und einen Stadtteil prägen oder verändern, als dies Kindergarten-Kindern möglich ist. Jedoch sind die kleinen Schritte, die wir in der Kita schon leisten, nicht zu unterschätzen und werden sicherlich Auswirkungen auf die Kinder und ihren weiteren Lebensweg haben. Und irgendwann sind diese dann ja auch erwachsen …  //


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 HARBURG21-Porträt (Beitrag zur Interviewreihe "Gelebte Nachhaltigkeit")

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