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Klimaportal der Lokalen Agenda 21 im Raum Harburg

Internationale Bauausstellung (IBA)

Die Stadt der Zukunft entwickeln


Portrait

Projektkoordinatorin und Prokuristin Karen Pein (Foto: IBA Hamburg GmbH/Johannes Arlt)gestellt)Die drei Buchstaben „IBA“ stehen seit über 100 Jahren für „Internationale Bauausstellung“. Eigentlich ein etwas irreführender Titel. Denn eine Bauausstellung ist viel mehr als eine Ausstellung im klassischen Sinne. Hier werden nicht nur Gebäude ausgestellt. Stattdessen wird live geforscht und entwickelt. Wie in einem Labor. Nur dass das Labor ein ganzer Teil der Stadt ist und die Forschungsergebnisse gebaute Wirklichkeit werden. Im Fall der IBA Hamburg reicht der Laborraum von der Veddel bis in den Harburger Binnenhafen. Der Forschungsauftrag lautet – wie immer bei den bisher acht IBAs: Die Stadt der Zukunft entwickeln. Wie und wo wohnen, arbeiten, lernen und bewegen wir uns in 20 Jahren? Wie lösen wir unsere großen Probleme, wie den Klimawandel?

Kontakt
Karen Pein
Projektkordinatorin und Prokuristin IBA Hamburg
Am Zollhafen 12
20539 Hamburg
Telefon: 040-226 22 72 24
E-Mail: karen.pein(at)iba-hamburg.de
Web: www.iba-hamburg.de


Bedeutung der Nachhaltigkeit für die Arbeit

Jede IBA hat ihren eigenen Schwerpunkt. Die Hamburger IBA ist die „Metropolen-IBA“. Das heißt: Sie versucht, die vielen gegensätzlichen Herausforderungen in einer Stadt wie Hamburg miteinander in Einklang zu bringen.

Mit über 60 Projekten zu den drei Leitthemen

•    Stadt im Klimawandel: Wachsen und Klima schonen,
•    Kosmopolis: Migranten integrieren und die Vielfalt der Kulturen erhalten,
•    Metrozonen: Neue Stadt bauen und Flächen sparen,

zeigt die IBA wie eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklungsstrategie für eine Metropole aussehen kann.


Umsetzungen und Highlights gelebter Nachhaltigkeit

Beispielprojekt Stadt im Klimawandel "Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg": Städte verbrauchen etwa 80 Prozent der Ressourcen weltweit. Höchste Zeit, Konzepte für eine vollständige Versorgung der Metropolen mit regenerativen Energien zu entwickeln. Das Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg zeigt, wie es geht. Für das IBA-Präsentationsgebiet von der Veddel bis zum Harburger Binnenhafen erläutert das Konzept modellhaft, wie Stadtplaner, Architekten, Bürger und Bauherren ihr Potenzial für Energieeinsparungen, Energieeffizienz und erneuerbare Energien kreativ nutzen können.

Der erste Schritt ist die Klimaneutralität aller Bauprojekte der Internationalen Bauausstellung bis 2013. Gleichzeitig wird mit den IBA-Energieprojekten der Grundstein für die Deckung des Strombedarfs der Gebäude auf der Elbinsel bis 2025 und des Wärmebedarfs bis 2050 gelegt. Das langfristige Ziel: klimaneutrale Elbinseln versorgt durch erneuerbare Energien.

Das Ziel einer klimafreundlicheren Stadt wird aus mehreren Richtungen heraus angesteuert: Hohe Standards für Neubau und Sanierung sollen künftig für eine drastische Verringerung des Energieverbrauchs sorgen. Die Energieeffizienz wird durch Blockheizkraftwerke und Energieverbünde erhöht. Die Potenziale erneuerbarer Energie auf der Elbinsel werden umfassend genutzt, bis hin zu "100 Prozent erneuerbar". Dabei werden die Bürger bei allen Maßnahmen als Partner eingebunden und durch ökonomische Anreize zum Mitmachen angeregt.

Beispielprojekt Kosmopolis "Bildungszentrum Tor zur Welt": Alles unter einem Dach: In Kirchdorf entsteht unweit des zentralen Berta-Kröger-Platzes das Bildungszentrum "Tor zur Welt" - eine lernende Stadt in der Stadt. Sie besteht aus sieben zentralen Grundbausteinen: dem Umwelt & Science Center, dem School & Business Center, der neuen Elbinselschule, die Sprachheilschule Wilhelmsburg, welche sich diversen Aspekten der Sprachförderung widmet, das Multifunktionsgebäude mit Veranstaltungssaal, Elterncafé, Elternschule und vielen mannigfaltigen Beratungsstellen, der neue Ankerplatz "Agora" sowie die Energiezentrale, die sich ebenfalls auf dem Agora befindet.

Es ist das größte Neubauprojekt der Bildungsoffensive Elbinseln und stellt ein herausragendes Beispiel für die Vernetzung von Schulen, Kitas, Erwachsenenbildung und Beratungseinrichtungen im Stadtteil dar. An der Krieterstraße entsteht ein "Marktplatz des Wissens": Architektonisch anspruchsvoll und energetisch sparsam vereint das Projekt Um- und Neubauten für drei bestehende Schulen und führt diese mit neuen Einrichtungen auf einem Campus zum Bildungszentrum "Tor zur Welt" zusammen. Das Bildungszentrum steht Bürgern jeden Alters und jeden Ausbildungsstandes offen. Es soll zu lebenslangem Lernen und kulturellem Austausch anregen und helfen, die Übergänge zwischen Kita, Schule und Beruf zu verbessern. Auffallend an dem Entwurf ist die Anordnung der einzelnen Gebäude um die zentrale Begegnungsfläche "Agora" herum.

 Der Neubaukomplex greift die städtebauliche Struktur des westlich angrenzenden Bahnhofsviertels auf. Die nach Osten hin unvollständigen Blockstrukturen werden durch die Ausbildung klarer Kanten zu einem städtebaulichen Abschluss geführt. Charakteristisch für die Architektur des Bildungszentrums ist auch die "Straße des Lernens": Die einzelnen Gebäude westlich der Krieterstraße sind durch einen eingeschossigen Flachbau auf zwei Ebenen miteinander verbunden. Auf dem Dach ist eine Art erweiterter Schulhof und Bewegungsraum entstanden, über den man auch zu den einzelnen Gebäuden gelangt. Im Erdgeschoss bieten die großzügigen Flure mit ihren Erweiterungen zu Lernateliers viel Raum für Aufenthalt und Ausstellungen.

Beispielprojekt Metrozonen "Harburger Binnenhafen": Schon heute spürt man im Harburger Binnenhafen eine ganz spezielle Mischung: Hafenbecken und Kanäle gliedern Gewerbeflächen, moderne Architektur wechselt sich ab mit alten Hafen- und Speicherbauten. Im "channel hamburg" arbeiten High-Tech-Manager an der neuesten Mikroelektronik. Schon bisher ist die Umwandlung des Hafenareals zu einem florierenden Dienstleistungsstandort sehr erfolgreich verlaufen.
Blick auf die Schlossinsel vom Veritaskai (Foto Chris Baudy)
Durch die IBA Hamburg erhält der Harburger Binnenhafen zusätzlichen Schub auf dem Weg zu einem lebendigen Wohn- und Arbeitsquartier. Der Harburger Binnenhafen umfasst einerseits den als "channel hamburg" bekannten südlichen Bereich des Binnenhafens zwischen Veritaskai und Karnapp, andererseits die Harburger Schloßinsel, die ihren Namen vom einst hier stehenden Harburger Schloss erhielt. Seit langem wird die Hafeninsel gewerblich genutzt. Wie viele Hafenstandorte in Europa litt Harburg seit Jahrzehnten unter dem Rückzug der hafengebundenen Industriebetriebe. Der folgende tiefgreifende, überwiegend durch privates Engagement initiierte Strukturwandel nahm durch die Ansiedlung der nahegelegenen TU Hamburg-Harburg eine positive Wende. Mit dem Erfolg der TU war der Grundstein für die heutige Mischung aus Gewerbe, Gastronomie, Forschung und High-Tech gelegt, die den südlichen Teil des Binnenhafens prägt und in ganz Norddeutschland einmalig ist.

Neben seiner wirtschaftlichen Dynamik zeichnen den Harburger Binnenhafen vor allem die vielen Uferflächen und eine Mischung aus moderner und denkmalgeschützter Architektur aus; so ist er mittlerweile auch zum begehrten Wohnort geworden. Mit einer Kindertagesstätte begann der Ausbau der sozialen Infrastruktur. Die Entwicklung von neuen Wohnangeboten im südlichen Binnenhafen wird nun durch die IBA Hamburg im Auftrag von Bezirk und Senat vorangetrieben. Zwischen Harburger Schloßstraße und Kaufhauskanal wird ein schachbrettartiges Wohnquartier im Wechsel von bebauten Flächen und Freiräumen unter Berücksichtigung vorhandener Gebäude angelegt. Aufgrund der großen Nachfrage nach Wohnraum entstehen drei Neubauprojekte mit insgesamt 370 Wohneinheiten. Die Uferkante wird in Teilen öffentlich erlebbar. Zusätzlich schaffen vor allem die Neugestaltung öffentlicher Freiflächen und ein Park im Harburger Binnenhafen ein attraktives Umfeld, in dem das schon heute lebhafte Wohn- und Arbeitsquartier sich weiterentwickeln kann.


Perspektiven der weiteren Arbeit

2013 wird auf den Elbinseln präsentiert: Man kann die fertigen IBA-Projekte besichtigen und sehen, wie die Zukunft der Metropole aussehen kann. Die IBA Hamburg ist danach zwar offiziell vorbei, aber jetzt geht es in gewisser Weise erst richtig los. Einige Projekte werden erst teilweise umgesetzt sein und müssen auch ohne IBA weitergeführt werden. Außerdem möchte die Bauausstellung dafür sorgen, dass es in Zukunft keine IBA mehr braucht, um das Projektgebiet auf Kurs zu halten. Denn die Welt verändert sich ständig weiter, auch unsere Städte.

Die Gemeinschaft auf den Elbinseln soll in Zukunft selbstständig und stetig danach forschen, was übermorgen passiert. Dafür braucht es Bürger, die sich aktiv für ihren Stadtteil einsetzen. Und Politiker, die offen sind, um wirklich neue Wege zu suchen. So entsteht eine ständig neu lernende Stadt, die sich selber neu erfinden kann. Ein Beispiel für andere Städte, Stadtteile auf der ganzen Welt.


HARBURG21 als Lokales NachhaltigkeitsNetzwerk

Das Engagement der Initiative HARBURG21 ist bemerkenswert. Wir wünschen der Initiative weiterhin gutes Gelingen, viel Unterstützung und einen langen Atem.


Link:
IBA Harburg (Projekteintrag im Handlungsfeld Energie)
Kleine IBA-Bildungsreise
IBA-Shuttle 
IBA-Reiseführer Wege zur neuen Stadt von Rainer Müller
IBA Travel Guide "Towards A New City" > service/booksfilms/books-brochures/ (mit Link zur englischsprachigen Rezension)


> HARBURG21-Porträt (Beitrag zur Interviewreihe "Gelebte Nachhaltigkeit")

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