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01.12.2021

Forschung, Wirtschaft und Soziales gewinnen beim 9. Harburger Nachhaltigkeitspreis

Harburg-Huus, Unverpackt Süderelbe und die TU freuen sich über ihre Preisgelder.

Preisträger:innen: v.l.n.r. Anne Jandke (Preis 2), Dr. Simone Thiede (Preis 3), Prof. Dr. Marcus Rutner (Preis 1) (Screenshots Susanne Emich)

Sie alle hatten sich auf die offizielle Preisverleihung im Harburger Rathaus mit Live-Musik und anschließenden Vernetzungsmöglichkeiten mit bio-fairen und regionalem Buffet gefreut: die Veranstalter:innen vom Bezirk und von HARBURG21, der Co-Sponsor des Nachhaltigkeitspreises, die Schüler:innen-Band von der Beruflichen Schule Harburg und die angemeldeten Projekt-Bewerber:innen zum 9. Harburger Nachhaltigkeitspreis. Doch die steigenden Infektionszahlen geboten den (Um-) Weg übers Internet. Genau wie bei der im März des Jahres durchgeführten Verleihung des 8. Harburger Nachhaltigkeitspreises (für 2020). Und wem es ein Trost ist: Allen Beteiligten blieb die lästige Prüfung von Impf- oder Genesungsnachweisen erspart.

Jürgen Marek (Screenshot Michael Schulze)So füllten sich ab 17:30 Uhr statt der Stühle im Großen Rathaus-Saal ziemlich lautlos die Bildschirme vor unseren Augen mit Teilnehmenden-Kacheln, allesamt visuell lediglich durch die dazugehörigen Namen unterscheidbar.

„Ich bitte Sie, auf Sprecheransicht zu gehen und zur Systementlastung Ihre Kamera und Ihr Mikrophon ausgeschaltet zu lassen, es sei denn, Sie haben einen Beitrag“, eröffnet Jürgen Marek, Mitglied der HARBURG21-Lenkungsgruppe und Moderator der Verleihung, um Punkt 18 Uhr die Veranstaltung.

Hans Christian Lied (Screenshot Michael Schulze)Im Namen des Bezirks begrüßt Hans Lied, Leiter des Dezernats Wohnen, Bauen und Umwelt, alle Gäste. „Harburg emittiert zwei Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Zehn Prozent davon stammen aus privaten Haushalten. Der Rest verteilt sich auf Handel, Gewerbe, Dienstleistungen und vor allem die bei uns ansässige Industrie“, erklärt Lied. „Wir müssen etwas tun.“ Die Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes vom Bezirks könne dabei helfen. Lied sieht aber auch in all jenen kleinen Schritten, die sich in den heute gewürdigten Projekten zeigten, ein wichtiges Potenzial, Harburg zukunftsfähig zu machen.

Norbert Koßyk (Screenshot Louis Mickley)Als Nächstes hören wir Norbert Koßyk, Leiter der Harburger Filiale der Sparda-Bank Hamburg. Er findet, dass Nachhaltigkeit bewusst und unbewusst stattfindet und zeigt sich sehr beeindruckt von der Harburger Projektlandschaft. „Das sind wieder so vielversprechende Ideen, die mit so viel Engagement umgesetzt werden. Nächstes Jahr bin ich gerne wieder dabei.“ Applaus –  einige Teilnehmende hatten kurz mal ihren Ton eingeschaltet.

Weiter geht es im Programm. Dr. Chris Baudy erscheint kurz auf der Bildfläche, dann verkrümelt sich seine Bild-Kachel in die Bildschirm-Ecke. Die erste Powerpoint-Folie öffnet sich auf dem Monitor. Eine Folie nach der anderen blättert sich auf, und wir hören uns die Projektprofile an, die Baudy bewusst kurz hält. Schließlich soll die heiß ersehnte Antwort zur Frage nach den Gewinner:innen des Abends nicht unnötig hinausgezögert werden.

Robert Timmann, Jury-Mitglied und zweiter Stellvertreter des Vorsitzenden der Bezirksversammlung Harburg, schaltet sich in Bild und Ton ein. „Auch in diesem Jahr haben wir es uns nicht leicht gemacht, die Sieger:innen zu bestimmen – bei diesen tollen Ideen aus der Forschung und dem ungebrochenen Tatendrang aus den anderen Gesellschaftsbereichen“, betont Timmann und beginnt mit Platz 3.

Plakat des Siegerprojektes (3. Preis)„Die DRK-Obdachlosenherberge Harburg-Huus hat auf uns mit dem durch seine Gäste hergestellten Bienenwachstüchern einen großen Eindruck gemacht. Denn mit diesen wiederverwendbaren Plastik- und Alu-Alternativen zum Frischhalten von Lebensmitteln können auch wohnungslose Menschen Harburgs nachhaltige Entwicklung aktiv mitgestalten. Daher gehen 1.000 EUR an das Projekt SUMM, SUMM, SUMM – ökologisch, sozial, nachhaltig: Bienenwachstücher für und von Obdachlosen“.

Thorben Goebel-Hansen und Dr. Simone Thiede (Foto Harburg-Huus)Thorben Goebel-Hansen, Leiter des Harburg-Huus, kommt in die Sprecheransicht und zeigt sich angenehm überrascht über den Preis angesichts der beeindruckenden Projektpalette in diesem Jahr. Dr. Simone Thiede, Fundsraiserin des DRK-Kreisverbandes Hamburg-Harburg, unterstreicht die Wertschätzung für die obdachlosen Menschen und ihren Einsatz für die Umwelt und für Harburg. „Auch von mir vielen herzlichen Dank.“ Applaus ertönt aus verschiedenen Mikros.

Plakat des Siegerprojektes (2. Preis)„Das nebenberuflich betriebene Projekt „Unverpackt Süderelbe“ zeugt von viel Engagement und Unternehmergeist“, führt Timman den 2. Platz des diesjährigen Nachhaltigkeitspreises ein. Das junge Start-Up-Unternehmen erhält 1.500 EUR für seinen Marktstand, an dem trockene Lebensmittel, Kosmetik und Reinigungsmittel verpackungsfrei gekauft werden können und zwar unter anderem in Harburg und Neurgraben. „Damit bringen sie den verpackungslosen Konsumgedanken über die Elbe zu uns und zeigen, wie und dass es geht.“

V.l.n.r.: Patrick Mayanja, Anne Jandke, Frederike Renner (Foto Gisela Baudy)Ein neues Gesicht erscheint in der Sprecher:innen-Kachel, und Anne Jandke meldet sich zu Wort: „Wir wohnen seit vielen Jahren in Harburg und uns fehlte einfach ein Unverpackt-Laden. Über Crowdfunding konnten wir unsere Idee starten, und unser Angebot wird sehr gut angenommen. Viele Kund:innen erinnern sich an ganz früher, als vieles noch ohne Plastikverpackung über den Ladentisch ging. Mit dem Preisgeld können wir hoffentlich noch weitere Wochenmärkte erreichen. Vielen, vielen Dank!" Erneutes Händeklatschen dringt an unsere Ohren.

Plakat des Siegerprojektes (1. Preis)„Den ersten Platz mit 2.500 EUR bekommt ein Projekt, das uns durch den buchstäblichen Brückenschlag zwischen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft am meisten überzeugen konnte“, bringt uns Timmann zu den letzten Gewinner:innen des Abends. Es ist eines von vier TU-Projekten, die sich in diesem Jahr um den Preis beworben hatten: „Das Nanopflaster – Eine Idee zum Erhalt unserer Brücken“.

“Dieses Projekt arbeitet im Kleinstpartikel-Bereich und entfaltet eine große Wirkung für unser städtische Infrastruktur: Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz durch Prof. Dr. Marcus Rutner und Gudula Bankau (Foto Gisela Baudy)Langlebigkeit, weniger Stahlverbrauch und dadurch weniger CO2-Emissionen, Lärmschutz, kurze Sanierungszeiten und geringe Reparaturkosten.“

Prof. Dr. Marcus Rutner vom Institut für Metall und Verbundbau an der TUHH ergreift das Wort. Er sei völlig überwältigt und fühle sich gerade wie bei der Vergabe der Oscars. „Der Preis gibt unserem Projekt, zu dem auch ein Start-Up geplant ist, enormen Rückenwind. Im Namen meines Teams bedanke ich mich sehr herzlich für die Unterstützung. Aber es haben sich so viele vielversprechende Projekte beworben – eigentlich hätte es 22 Preise geben müssen.“ Applaus!

Das in der Präsenzverleihung übliche Gruppenbild mit allen teilnehmenden Projektbewerber:innen muss wieder einmal ausfallen. Also kein „Cheese“ und  kein Kamerablitzen, sondern ein digitales Screen-Shooting mit den prämierten Bewerber:innen.

Es ist 19:30 Uhr. Die letzten Bildschirm-Kacheln tauchen in den privaten Freitagabend.

Text: Chris Baudy
NUN-Logo 2021
Screenshots: Susanne Emich, Louis Mickley, Michael Schulze
Fotos: Ulrich Bachmeier (Preis 3), Gisela Baudy (Preis 1 und 2)

Lesen SIe hier mehr 
Drei Preisträger:innen beim 9. Harburger Nachhaltigkeitspreis 
    (mit Screenshots der Preisträger:innen)
>  Plakatausstellung (29.11 - 31.12.2021)
>  kommentierte Bildergalerie zu den Projekten mit Projektprofilen (in Vorbereitung)
>  Plakat zu den Preisträger*innen und allen Bewerber*innen mit ihren Projekten
>  Powerpoint-Präsentation der Bewerber*innnen 2021 (Plakate)
>  Broschüre (pdf 7,4 MB): "Harburg heute, morgen, übermorgen - Porträtreihe zum 8. Harburger Nachhaltigkeitspreis" (August 2021)

Weitere allgemeine Infos zum Nachhaltigkeitspreis finden Sie unter Mitmachen/Nachhaltigkeitspreis und Mitmachen/Nachhaltigkeitspreis/Allgemeines.

 

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