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Klima-ABC

Klima-ABC aus Reiskörnern (Motiv und Foto Gisela Baudy)Unser Klima-ABC wird laufend ergänzt. Es verzeichnet Begriffe aus der Klimawelt und auch Ideen zum klimafreundlichen Verhalten.

Klicken Sie bitte auf den gewünschten Buchstaben oder auf das gesamte Glossar. Grüne Pfeile verweisen auf weitere Einträge innerhalb des Klima-ABCs. Sie sind über das Buchstabenfeld des Klima-ABCs schnell zu finden.

(Autoren: Gisela Baudy, Dr. Chris Baudy)

Klima-ABC

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Abfallvermeidung

Abfallvermeidung gehört zu einem nachhaltigen Lebensstil dazu, denn sie  schützt unsere Ressourcen und automatisch unsere Umwelt und natürlich auch den Geldbeutel. Nachhaltiger, sprich verantwortungsvoller Konsum beginnt bei der Auswahl der Produkte, also bereits beim Einkauf. Ein nachhaltiges Produkt wurde umwelt-/klima- und sozialfreundlich hergestellt, hat keine langen Transportwege und/oder Lagerzeiten hinter sich und eine wieder-/weiter verwendbare, recycle-/upcyclebare oder gar kompostierbare Verpackung um sich herum. Wie Abfallvermeidung gelingt, verrät die Stadtreinigung Hamburg. Sie hält hier jede Menge praktische Tipps bereit.

Die Abfallvermeidung ist Bestandteil des > Klimaschutzes im Alltag.

Agenda 2030

Am 25. September 2015 haben 193 Staaten die Nachfolgeresolution für die 2015 auslaufenden Millenniumsziele (United Nations Millennium Development Goals MDGs) mit dem Titel: "Transforming our world: 2030 Agenda for Sustainable Development" verabschiedet. Diese Agenda der >> Globalen Entwicklungsziele war seit dem Weltgipfel  2012 (Rio plus 20) bis zum Weltgipfel 2015 in einem globalen partizipativen Prozess, auch unter Einbindung der Weltöffentlichkeit, vorbereitet worden. Bei den 17 Haupt- und 169 Unterzielen haben, wie auch schon bei den MDGs, Oberste Priorität haben, wie auch schon bei den MDGs die Armuts- und Hungerbekämpfung (SDG Ziel 1 und Ziel 2, MDG Ziel 1) oberste Priorität, gefolgt von gesundheitliche Versorgung (SDG Ziel 3) und Bildung (SDG Ziel 4) mit Bildung für nachhaltige Entwicklung BNE als Unterziel 4.7. Details s. hier. Zu den  UN MDGs s. hier.

Agenda 21

Agenda ist das lateinische Wort für : was zu tun ist. Die Zahl 21 steht für das 21. Jahrhundert. Es handelt sich mithin um ein Handlungsprogramm für das 21. Jahrhundert und meint die nachhaltige, sprich zukunftsfähige Entwicklung unserer Lebensbedingungen. Dabei spielen soziale, wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte eine gleichwertige Rolle (sogenanntes Nachhaltigkeitsdreieck). Unter den Begriff der Nachhaltigkeit beziehungsweise der Nachhaltigen Entwicklung fallen etwa sozialer Ausgleich national und international, schonender Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen, ökonomische Umsicht, kulturelle Vielfalt und Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen an dem Agenda21-Prozess.

Zum Programm, Ursprung und die Weiterentwicklung des Agenda 21-Programms in den Folgenjahren und zum Begriff Nachhaltige Entwicklung siehe unser Menüpunkt Agenda 21.

Agrokraftstoff

Agrokraftstoff  > Bio-Kraftstoff

Alternative Energien

Alternative Energien > Erneuerbare Energien

Atmosphäre

Die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre ist ein zentraler Faktor, der unser Klima beeinflusst.

Die Hauptbestandteile der Atmosphäre sind Sauerstoff, Stickstoff und Wasserdampf. Hinzu kommen Spurenelemente wie das Kohlendioxid (CO2). Diese Spurenelemente bewirken, dass die Atmosphäre mehr Sonnenstrahlung zur Erde durchlässt, als sie wieder entlässt. Es entsteht ein natürlicher > Treibhauseffekt, der für eine konstante Temperatur auf der Erdoberfläche sorgt und unser Leben und unser Klima erst möglich macht. Aus diesem Grunde werden die Spurenelemente auch > Treibhausgase genannt.

Dabei gab es schon immer natürlich bedingte Klimaschwankungen. (> Klimawandel) . Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ändert sich das Klima aber in einem Tempo, dass von einem menschengemachten Treibhauseffekt auszugehen ist.

Bioethanol

Bioethanol (auch Agro-Ethanol) ist > Ethanol, das ausschließlich aus nachwachsender Biomasse wie Mais, Weizen, Roggen, Zuckerrohr oder Zuckerrüben oder aus biologisch abbaubaren Abfällen gewonnen wird. Es dient zur Herstellung von > Biokraftstoff und wird dabei Benzin in unterschiedlichem Verhältnis beigemischt. Mehr Infos zu den Beimischungs-Mengen siehe > E10

Biokraftstoff

Biokraftstoffe werden aus sogenannter Biomasse wie etwa Pflanzenfasern oder Pflanzenöl gewonnen und gelten prinzipiell als klimaschonend. Denn Bäume und andere Pflanzen wachsen nach. Und bei ihrer Verbrennung wird nur so viel Kohlendioxid (CO2) frei, wie zuvor gebunden wurde. Auch scheint die Energiegewinnung aus pflanzlichen Stoffen als alternative Energiequelle die Wohlstandsgesellschaft zu befördern. > Biosprit beziehungsweise Biodiesel helfe den CO2-Ausstoß beim Autofahren zu verringern und verbessere auf diese Weise die Klimabilanz, hieß es lange Zeit.

Heute geraten Biokraftstoffe als Alternative zu erdölbasierten Treibstoffen jedoch immer mehr in die Kritik, da sogenannte Zielkonflikte evident werden. Kritiker bemängeln etwa, dass die Produktion von Biosprit mehr CO2 freisetze als einspare oder der Anbau von Energiepflanzen zu Flora- und Fauna-schädigenden Monokulturen und zur Rodung von Regenwäldern führe. Außerdem würden Nahrungsmittel durch den Flächenverbrauch in den Hauptanbau-Gebieten der Dritten Welt knapp und dadurch teurer. Folge: Die Ärmsten der Welt würden noch ärmer.

Aber auch hierzulande zeigt sich offenbar ein gewisses Missverhältnis zwischen "Gewinn" auf der einen und "Verlust" auf der anderen Seite: Energiepflanzen wie allen voran der Mais werden auch in Deutschland zur Energiegewinnung angebaut. Vom Problem der Monokulturen abgesehen nimmt dies den deutschen Milchbauern Weideland und damit einhergehend Verdienstmöglichkeiten weg. Zu guter Letzt ist derzeit noch nicht endgültig geklärt, inwieweit Biosprit für gewisse Automotoren ungeeignet ist.

Nach neuen Studien aus Großbritannien aus dem Jahr 2013 sorgt der Anbau von Energiepflanzen für den Biosprit sogar für Ozon-Gas, mit schädlichen Folgen für die > Atmosphäre und die Atemwege. Dazu mehr im Eintrag > Ozon.

Stimmen zum Für und Wider von Biosprit und Biodiesel finden Sie auch in unserem Diskussionsform Biosprit.

Biosphärenreservat

Ein Biosphärenreservat ist in der Regel eine von der UNESCO anerkannte Modellregion, die sich eine nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht exemplarisch zum Ziel setzt. Biosphärenreservate sind zum einen Schutzgebiete zum Schutz der Biodiversität beziehungsweise Artenvielfalt, zum anderen Ökosysteme, die ein ausgewogenes Verhältnis von menschlicher Nutzung und Ressourcenschutz ermöglichen sollen. Außerdem sind sie Modellstandorte zur Erforschung von regionalen Schutzmaßnahmen im Sinne der nachhaltigen Entwicklung.

Das Programm Biosphärenreservat wurde 1971 von der UNESCO ins Leben gerufen. Heute gibt es weltweit 610 Bioreservate, 15 davon in Deutschland wie das Wattenmeer, der Spreewald oder die Schwäbische Alb. Bisher existiert kein Biosphärenreservat in Hamburg.

Im März 2013 hat der Naturschutzverband Gesellschaft für ökologische Planung (GÖP) 29 631 Hektar der Hansestadt, das heißt fast 40 Prozent der Gesamtfläche, als Modellregion vorgeschlagen. Dazu würden auch 8451 Hektar von Harburg gehören. Von der Hamburger Umweltbehörde kam allerdings ein abschlägiger Bescheid, mit Hinweis auf die Internationale Bauausstellung (IBA) und andere Naturschutz-Projekte.

Biosprit und Biodiesel

Biosprit und Biodiesel sind Kraftstoffe, die nicht aus Erdöl, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden, und daher auch > Biokraftstoffe beziehungsweise Agrokraftstoffe heißen. Chemisch gesehen ist Biosprit < Ethanol, ein Alkohol, der aus stärke- oder zuckerhaltigen Pflanzen wie Mais, Weizen, Roggen, Zuckerrohr oder Zuckerrüben hergestellt wird. Biodiesel dagegen liegen ölhaltige Pflanzen wie Raps oder Sojabohnen zugrunde.

Biosprit wird herkömmlichem Benzin, Biodiesel Diesel beigemischt. Zur Debatte um die Klimabilanz bei Biosprit und Biodiesel siehe in diesem Klima-ABC unter > Bio-Kraftstoffe und in unserem Diskussionsform Biosprit. Steigen Sie in die Diskussion gerne auch selbst ein! Infos zu den ungelösten Problemen von Biosprit bietet ferner eine umfassende Studie der Leuphana Universität Lüneburg am Beispiel der Biosprit-Pflanze > Jatropha, siehe hier.

Brennstoffe, fossile

Brennstoffe, fossile > Fossile Brennstoffe

Cellulose-Ethanol

Wird > Bio-Ethanol nicht aus nachwachsender Biomasse wie Mais, Weizen, Roggen, Zuckerrohr oder Zuckerrüben, sondern aus pflanzlichen Abfällen oder zellulosehaltigen Stoffen wie Chinaschilf, Rutenhirse oder Holz hergestellt, spricht man von Cellulose-Ethanol. Diese Art der Gewinnung ist relativ neu und beruht auf neuen Technologien.

CO2

Chemische Formel für > Kohlendioxid, ein natürlich vorkommendes, klimaaktives Gas.

CO2-Rechner

Der CO2-Rechner berechnet den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid, den eine spezielle Population, ein System oder eine Aktivität wie etwa Lebensmittel-, Kleidung-, Energie-Produktion, Transport, Lagerung, Re-/Up-cycling, Abfallwirtschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort verursacht. Mehr zum Thema Ökologischer Fußabdruck.

Desertifikation

Desertifikation (lateinisch desertum facere - wüst machen) ist die fortschreitende Ausbreitung von Wüsten und Steppen. Faktoren sind der > Klimawandel und der Eingriff des Menschen in das Ökosystem.

Laut einem Bericht der UNCCD (Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung) vom Mai 2013 sind zurzeit 168 Staaten von der fortschreitenden Wüstenbildung betroffen. Das heißt konkret: Es gehen jedes Jahr zwölf Millionen Hektar fruchtbares Land durch die Austrocknung und Erosion von Böden verloren, eine Fläche, dreimal so groß wie die Niederlande. In Afrika etwa sind fast zwei Drittel der landwirtschaftlichen Fläche nur noch eingeschränkt nutzbar. Aber auch die USA und Europa sind davon betroffen. In den USA gehen 20 Prozent des landwirtschaftlichen Bruttoinlandsprodukts wegen Landdegradation verloren. In der spanischen Region Almeria etwa sind 40 Prozent des Bodens stark degradiert.

Die Lage ist angesichts der weltweiten Ernährungslage bedrohlich. Denn bis zum Jahr 2030 wird die weltweite Nachfrage nach Nahrung um 50 Prozent ansteigen, was neue landwirtschaftliche Flächen in der Größe von Südafrika notwendig macht.

Das Problem der Wüstenbildung wird auch als Landdegradation bezeichnet. Bereits auf dem Erdgipfel von Rio im Jahr 1992 wurde die Desertifikation zusammen mit dem Klimawandel und dem Verlust der Artenvielfalt als größtes Problem auf dem Weg zu einer > nachhaltigen Entwicklung identifiziert.

Quelle: Rat für Nachhaltigkeit

Distickstoffoxid

Distickstoffoxid (N2O) gehört zu den > klimawirksamen Gasen mit sehr hohem Treibhaus-Potential (> GWP 298). Das Treibhaus-Potential liegt 298 mal höher als bei > Kohlendioxid (CO2). Siehe auch > Treibhausgase.

E10

Ottokraftstoff mit der Zusatzbezeichnung E10. Der Buchstabe E steht für > Ethanol, die Zahl 10 für die Beimischung von 10 % > Bioethanol aus Getreide, Zucker usw. zum Benzin. Er wurde an deutschen Tankstellen Anfang 2011 im Zusammenhang mit den Erfordernissen der Richtlinie 2009/28/EG (Erneuerbare-Energien-Richtlinie) eingeführt.

Im Gegensatz zum > Ottokraftstoff E5 ist der Kraftstoff E10 noch nicht für alle Fahrzeuge geeignet. In geringen Mengen (bis 5 Prozent) wird Bioethanol in Deutschland seit 2005 beigemischt.

EEG

Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) regelt die Vergütungssätze von Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen generiert und ins Energienetz eingespeist wird. Das EEG trat 2000 in Kraft und wurde als ein Instrument für die deutsche > Energiewende entwickelt. Mit Erfolg, denn zwischen 2000 und 2012 konnte der Anteil des verbrauchten Stroms aus > erneuerbaren Energien von 6 auf 25 Prozent ausgebaut werden.

Eisspeicher - Eisheizung

Der Eisenbahnbauverein Harburg eG (EBV) hat eine innovative "Eisheizung" in Wilstorf gebaut, die erstmals zu Beginn der Heizperiode 2013 in Betrieb geht. "In dieser weltweit größten Anlage verbinden sich Umwelt- und Klimaschutz mit Wirtschaftlichkeit auf effiziente Weise, sagt Joachim Bode, Vorstand des EBV.

Bernd Schwarzfeld vom Ökoplan Büro für zeitgemäße Energieanwendung,  der das Projekt entwickelt hat, fasst Wirkungsweise und Vorteile dieser Anlage zur Energieumwandlung mittels großer Latentwärmespeicher mit Wasserfüllung, kurz Eisspeicherheizung zusammen:

Kernstück der Anlage ist ein Wassertank aus Beton, der ca. 1,5 Millionen Liter Wasser fasst. Diesem Wasser können überschüssige Wärmemengen  aus Solaranlagen zugeführt und gespeichert werden, wenn sie nicht benötigt werden. Gleichzeitig kann dem Wasser durch  Gas- oder Elektrowärme-Pumpen  Energie entzogen und genutzt werden, bis es zu Eis gefriert. Ändert sich der Aggregatzustand des Wassers von flüssig zu fest, werden große Mengen Kristallisationswärme frei, die somit genutzt werden können. Sie entsprechen der Energiemenge, die gebraucht werden, um die gleiche Wassermenge von 0o auf 80oC zu erwärmen.

Schmilzt das Eis, kann wieder neue Wärmeenergie durch die Wärmepumpen abgeführt werden. Diese benötigen hierzu lediglich Antriebsenergie (Erdgas oder elektrische Energie, die über Fotovoltaikanlagen gewonnen werden kann). Auch Gebäudewärme kann im Sommer genutzt werden, das im Winter während des Heizens entstandene Eis wieder aufzuschmelzen. Diese 100% regenerative Gebäudekühlung sorgt dann dafür, dass dem aufgeschmolzenen Eis wieder Energie zur Nutzung entzogen werden kann. Hiermit ergeben sich völlig neue Möglichkeiten für ein umweltfreundliches und ökonomisches Energiemanagement im Jahresverlauf durch Kombination von Kühl- und Heizanwendungen mit Hilfe von Eisspeichern. (Nach: Schwarzfeld,B.: Energieumwandlung mittels großer Latentwärmespeicher mit Wasserfüllung (Eisspeicher.) In: Jürgen Pöschk (Hrsg.), Energieeffizienz in Gebäuden – Jahrbuch 2013.)

Elbcampus

Der ELBCAMPUS am Harburger Bahnhof bietet ein vielfältiges und praxisorientiertes Beratungs-, Lehrgangs- und Seminarprogramm für Handwerk und Industrie. Neben Schweißerkursen, CAD-Schulungen, Meisterlehrgängen und betriebswirtschaftlichen Seminaren liegt ein Schwerpunkt auf der Umwelttechnik. Um die Energiewende mit voranzutreiben, macht das Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik (> ZEWU) im ELBCAMPUS seit 1985 Handwerker, Techniker und Quereinsteiger fit in Sachen Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien - von der Solar- bis zur Windenergie. Informationen zu Seminaren auch zu Blockheizkraftwerken, Wärmepumpen, Pellet-Öfen oder zur Brennwerttechnik sind im Elbcampus zu erhalten.

Mehr Infos zum Elbcampus finden Sie in der Rubrik Schwerpunkte/Wirtschaft und in der Interviewreihe Gelebte Nachhaltigkeit.

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