Osterfeuer sind eine alte Tradition, um das Frühlingsrwachen der Natur zu feiern. Allerdings gebietet die heutige Zeit das richtige Augenmaß dafür. Will heißen: Für das kommende Osterwochenende sind Hamburger:innen dazu aufgerufen, ihre Grünabfälle sowie ihren Strauch- und Heckenschnitt nicht ins Feuer zu werfen. Sie sollten sie im eigenen Garten als Habitats- und CO2-Schutz belassen, so der dringende Appell des BUND Hamburg.
Aufgeschichtete Reisighaufen im Garten, beispielsweise, bieten Lebensraum für Zaunkönig, Rotkehlchen oder Heckenbraunelle sowie für kleine Säugetiere wie etwa Igel, Spitzmäuse oder Kaninchen. Gleichzeitig wird auf das im Gehölzschnitt gebundene CO2 nicht freigesetzt, sondern in Form von Humus dauerhaft gespeichert. Bei der Verbrennung von frischem Holz hingegen entsteht "dicke, ungesunde Luft": neben Treibhausgasen auch zahlreiche gesundheits-gefährdende Luftschadstoffe wie Feinstaub, Ruß, giftige Kohlenwasserstoffe (PAKs) sowie Stickoxide und Kohlenmonoxid.
„Holz und Grünabfälle im Garrten sind Klima-, Umwelt- und Naturschutz in einem. Angesichts von Klimawandel und dem rasanten Schwund unserer Tier- und Pflanzenarten, können wir alle einen Beitrag leisten, der niemanden einschränkt und dennoch der Natur entscheidend hilft“, stellt Sabine Sommer, Vorsitzende des BUND Hamburg, fest. Auch bereits aufgeschichtete Haufen müssten nicht verbrannt werden, sondern seien wahre Inseln der Artenvielfalt im Garten.
Dennoch können wir Spaß am Osterfeuer haben. Sabine Sommer empfiehlt, kleinere Feuer aus gut abgetrockneten, unbehandelten Holzresten zu entfachen. "Frischer Gehölzschnitt gehört in den Garten oder sollte alternativ zu den Grüngut-Annahmestellen der Hamburger Recyclinghöfe gebracht werden."