Harburger Nachhaltigkeitspreis

Nachhaltigkeitspreis 2024: Preisträger- und Bewerberprojekte, Jury und Mitglieder der Lenkungsgruppe versammeln sich zu einem gemeinsamen Foto im Ratssaal des Harburger Rathauses (Bild: Dr. Regina Marek)

Die Bezirksversammlung Harburg hat die Einrichtung eines Nachhaltigkeitspreises für den Bezirk im Februar 2013 einstimmig beschlossen.

„Der Bezirk lobt einen jährlichen Nachhaltigkeitspreis aus. Dieser Preis soll Projekte fördern und ins öffentliche Bewusstsein heben, die die nachhaltige Entwicklung im Sine der Agenda 21 im Bezirks gestalten und bereichern.“

Der Preis möchte Projekte mit Vorbild- und Modellcharakter für nachhaltige Entwicklung im Bezirk hervorheben und öffentlich machen. Es geht um gelebte Handlungsalternativen, die als Impuls und Vorbild zur Nachahmung anregen sollen. Ganz wichtig ist die Verknüpfung mit kurzfristigen und alltagsbezogenen Zielen und Möglichkeiten des eigenen Handelns. Eigene Erfahrungen wirken immer besser als abstraktes Wissen.

Seit 2013 hat sich die Auslobung des Preises durch die Bezirksversammlung zu einer in Hamburger Bezirken einzigartigen und erfolgreichen Einrichtung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung entwickelt. Insgesamt haben sich bisher über 220 Projekte für mehr Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Umwelt- und Artenschutz auf lokaler Ebene beteiligt. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann und Anerkennung verdient. Ein TAZ-Interview zum Harburger Nachhaltigkeitspreis finden sie HIER.

Kooperationspartner und Organisator der Ausschreibung ist das NachhaltigkeitsNetzwerk HARBURG21, seit 2019 fördert die Sparda-Bank Hamburg eG zusätzlich den Preis. Bewerben können sich alle Harburger Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Bildungseinrichtungen, Organisationen, Stadtteilprojekte und Firmen in ehrenamtlicher und hauptamtlicher Tätigkeit im Bezirk Harburg. Das eingereichte Projekt sollte bereits angelaufen, jedoch nicht abgeschlossen sein. Insbesondere darf das Projekt abrechnungstechnisch noch nicht abgeschlossen sein, da das Preisgeld ausschließlich in das Projekt einfließen soll. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirksamtes Harburg können sich nicht bewerben, ferner sind Regelangebote von Institutionen als Projekte der Freien und Hansestadt Hamburg und bereits öffentlich finanzierte Projekte ausgeschlossen. Nicht gefördert werden Projekte an denen Jurymitglieder direkt oder indirekt beteiligt sind.

Folgende Kriterien dienen einer transparenten Bewertung von Bewerberprojekten:

  • Das Projekt berücksichtigt die Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Soziales, Ökonomie und die Partizipation der Beteiligten.
  • Das Projekt leistet einen innovativen Beitrag zur Förderung von Nachhaltigkeit im Bezirk und dokumentiert erlebbare Auswirkungen nachhaltigen Handelns im Bezirk.
  • Das Projekt hat Modell- und Vorbildcharakter für den Bezirk.
  • Das Projekt arbeitet kooperativ und berücksichtigt und fördert lokale Vernetzungen im Bezirk.

Eine unabhängige Jury entscheidet über die Vergabe des mit insgesamt 5.000 EUR dotierten Preises. Das Preisgeldgeld kann auch auf mehrere Projekte verteilt werden. Die Jury setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Politik (Präsidium der Bezirksversammlung), der Verwaltung (Dezernent Bauen, Umwelt, Verbraucherschutz), von HARBURG21 (Vorsitzender des Fördervereins) und weiteren Bürgerinnen und Bürger des Bezirkes, die sich im Bereich nachhaltigen Denkens und Handelns einen Namen gemacht haben.

Auszeichnungsveranstaltung zum 13. Harburger Nachhaltigkeitspreis

Hier finden Sie als Bewerbungsunterlagen zum Harburger Nachhaltigkeitspreis den allgemeinen Bewerbungsantrag und als Orieintierung den aktuellen Flyer zur Ausschrebung.

Am 20. Februar 2026 zeichnete die Bezirksversammlung Harburg in einer Festveranstaltung im Harburger Rathaus zum 13. Mal in Folge Harburger Projekte mit dem Nachhaltigkeitspreis aus. Insgesamt wurden auch in diesem Jahr zahlreiche Initiativen aus dem Bezirk eingereicht, die das breite Spektrum nachhaltigen Engagements in Harburg widerspiegeln – von Bildungsprojekten über soziale Prävention bis hin zu ökologischer Transformation. 14 aktuelle Projekte haben sich beworben, vier ausgewählte Projekte konnten sich über Preise in der Gesamthöhe von 5.000 Euro freuen.

Besonders erfreulich war eine starke Beteiligung der jungen Generation: Aus allen Bildungsbereichen wie KITAs, fast allen Schulformen, aus der TUHH und dem Elbcampus lagen Bewerbungen vor. Bildung für nachhaltige Entwicklung befähigt hier junge Menschen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen, verantwortungsvolle zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen und vor allem nachhaltig zu handeln.

Moderation der Veranstaltung durch Jürgen Marek, HARBURG21 (Foto: Sarah Pscherer)
Insgesamt haben sich nun seit 2013 bisher 235 Projekte im Kampf für mehr Nachhaltigkeit, Klima-, Umwelt- und Artenschutz in Harburg beteiligt. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann und Anerkennung verdient und die eine einmalige Leistung des Bezirks Harburg ist. Nicht nur vom Denken zum Handeln, sondern insbesondere aus dem Reden endlich zum Handeln kommen. Das ist unsere Devise: Reden darf nicht zum Stellvertreter der Tat verkommen. Hunderte kleiner Handlungen und Veränderungen machen auch in Harburg eine bessere Welt.

Wirksames Handeln statt dauerhaftes Verhandeln wird immer dringlicher. Praxis als Konzept auf allen Ebenen ist weltweit und lokal auch in Harburg angesagt. Der Klimaforscher und Meteorologe Mojib Latif fordert eine "kulturelle Revolution" und systemische Änderungen, da Einzelmaßnahmen nicht ausreichen. Politik muss bessere Rahmenbedingungen schaffen, Wirtschaft auf Nachhaltigkeit umstellen, während Bürger:innen durch bewussten Konsum und politische Teilhabe unterstützen müssen. Es geht um eine gemeinsame Anstrengung für Zukunftsfähigkeit im ökologischen aber auch im sozialen Bereich. Um mit neuen Ideen durchzudringen braucht es öffentliche Anerkennung und Akzeptanz. Auch dazu dient der Harburger Nachhaltigkeitspreis.

Grußwort des Bezirksamtsleiters Christian Carstensen (Foto: Sarah Pscherer)
Die Veranstaltung im Harburger Rathaus bot für die zahlreichen Gäste ein informatives und unterhaltsames Programm. Organisiert wurde die Veranstaltung wie in den Vorjahren vom Lokalen NachhaltigkeitsNetzwerk HARBURG21 in Kooperation mit dem Bezirksamt und der Bezirks-versammlung.

Grußwort von Jacqueliene Birkner, Filialleitern der Sparda Bank Harburg (Foto: Sarah Pscherer)
Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch den Moderator Jürgen Marek von HARBURG21 sowie Grußworten von Bezirksamtsleiter Christian Carstensen und der Harburger-Filialleiterin der Sparda-Bank Hamburg, Jacqueliene Birkner, folgte die Vorstellung aller eingereichten Projekte durch Dr. Regina Marek von HARBURG21. Die anschließende Verleihung der Siegerpreise wurde von Herrn Robert Timman als stellvertretenden Vorsitzenden der Harburger Bezirksversammlung und als Vorsitzender der Jury moderiert.

Erster Preis (2.000 Euro): Der erste Preis ging an IN VIA Hamburg e. V. mit dem Projekt „Kiezläufer:innen Harburg“. Seit 2014 engagieren sich ehrenamtliche Kiezläufer:innen in Harburger Stadtteilen für Deeskalation, Prävention und soziale Teilhabe. Sie sprechen Jugendliche direkt an, stärken Verantwortungsbewusstsein im öffentlichen Raum und tragen zur Verbesserung des Miteinanders bei. Das Projekt verbindet nachhaltige Sozialraumarbeit mit langfristigem ehrenamtlichem Engagement und wirkt präventiv gegen Vandalismus sowie Ausgrenzung.

Preisverleihung des 1. Preises an die Kiezläufer:innen durch Robert Timmann (stellv. Vorsitzender der Bezirksversammlung), Frank Wiesner (Vorsitzender des Fördervereins HARBURG21 e.V.), Christian Carstensen (Bezirksamtsleiter), Jacqueliene Birkner (Sparda Bank) (Foto: Sarah Pscherer)
Zweiter Preis (1.500 Euro): Der zweite Preis wurde an die Berufliche Schule Hamburg-Harburg (BS18) für das Projekt „Nachhaltigkeit hörbar machen – Lauschtour zu den 17 SDG“ vergeben. Im Rahmen einer schulweiten Lauschtour mit 17 QR-Code-Stationen informieren von Schüler:innen produzierte Audioformate über die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Das Projekt verbindet kreative Bildungsarbeit mit ressourcenschonender Umsetzung und hoher Partizipation und fördert dauerhaft das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung im Schulalltag.

Preisverleihung des 2. Preises an die Berufliche Schule Hamburg-Harburg durch Robert Timmann (stellv. Vorsitzender der Bezirksversammlung), Frank Wiesner (Vorsitzender des Fördervereins HARBURG21 e.V.), Jacqueliene Birkner (Sparda Bank), Christian Carstensen (Bezirksamtsleiter) (Foto: Sarah Pscherer)
Dritte Preise (je 750 Euro): Den dritten Preis teilten sich zwei Projekte: Zum einen die Schule Rönneburg mit dem Projekt „Naturerlebnisfläche“. Ein bislang versiegelter Schulhofbereich wurde partizipativ in eine naturnahe Erlebnisfläche mit Hochbeeten, Wildpflanzen und Lebensräumen für Tiere umgestaltet. Schüler:innen, Lehrkräfte, Eltern und Nachbarschaft gestalteten die Fläche gemeinsam. Durch feste Pflegezuständigkeiten und Einbindung in den Unterricht ist das Projekt nachhaltig im Schulalltag verankert.

Preisverleihung eines 3. Preises an die Schule Rönneburg durch Christian Carstensen (Bezirksamtsleiter), Robert Timmann (stellv. Vorsitzender der Bezirksversammlung), Frank Wiesner (Vorsitzender des Fördervereins HARBURG21 e.V.), Jacqueliene Birkner (Sparda Bank) (Foto: Sarah Pscherer)
Zum anderen die Technische Universität Hamburg (TUHH) – Blue Engineering mit dem Seminar „Ethische Entscheidungsfindung in der Ingenieur*innen-Karriere“. Das verpflichtende Seminar sensibilisiert Studierende für ethische, gesellschaftliche und politische Fragestellungen im Ingenieurberuf. Aufgrund hoher Nachfrage wurde das Projekt strukturell gestärkt und weiterentwickelt. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur verantwortungsvollen Gestaltung technologischer Innovationen.

Vorstellung aller Bewerberprojekte von Frau Dr. Regina Marek, HARBURG21 (Foto: Sarah Pscherer)
Auch alle anderen  Bewerberprojekte wurden in der Veranstaltung bekannt gemacht und geehrt. Sie erhielten die nicht ausgezeichneten Projekte eine Anerkennungserkunde und jeweils einen von der SPARDA-Bank gesponserten Gutschein über 30 Euro für den neuen Harburger Bioladen „Bio Bruder Herz“. Zudem erhielten alle Bewerber:innen einen Frühlingsgruß aus einem breiten Angebot von Frühblühern. Die Pflanzen entstammten in der Tradition von HARBURG21 einem ökologischen, unbelasteten Anbau.

Frühblüher aus ökolgischem Anbau (Foto: Sarah Pscherer) Humm Bolt, Band des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums (Foto: Sarah Pscherer)

Für die musikalische Begleitung  des Abends sorgte die Band des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums „Humm Bolt“ unter der Leitung von Manuel Kock. Die Schüler:innen begeisterten das Publikum mit drei ausgewählten Titel Africa der Band Toto, Fixture Picture von Aldous Harding und  Hotel California von der Band Eagles.

Der Abend endete mit einem Beisammensein für einen fruchtbaren Austausch bei biofairem und auch veganem  Catering mit Fingerfood der Biobäckerei Bahde aus Seevetal. Seit 1932 wird hier ökologisch und zunehmend vegan gebacken. Besonderes unterstützt wurde der vegane Teil des Caterings von  Mauren Mai von HARBURG21.

Gemeinsames Abschlussfoto von Preisträgern Bewerberprojekten, Jury, HARBURG21 und Mitwirkenden (Foto: Sarah Pscherer)