BNE steht für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Es ist ein normatives Bildungskonzept für alle Bildungsbereiche und befähigt Menschen zu einem zukunftsfähigen Denken und Handeln. Dabei stehen verschiedene Fragen im Vordergrund. Etwa: Wie beeinflussen meine Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen in meiner Kommune oder in anderen Erdteilen? Welche Auswirkungen hat es, wie ich konsumiere, welche Fortbewegungsmittel ich nutze oder welche und wie viel Energie ich verbrauche? Welche globalen Mechanismen führen zu Konflikten, Terror und Flucht? Oder was können wir gegen Armut tun?
BNE ermöglicht es allen Menschen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Weltweite Herausforderungen, wie Armut, Pandemien oder der steigende Meeresspiegel, betreffen uns alle und wir können diese nur gemeinsam lösen. Für eine lebenswerte Zukunft müssen wir jetzt handeln. HARBURG21 setzt durch Informationen und Aktivitäten im Bezirk positive Impulse. Im Sinne des Gsellschaftstheoretikers Niklas Luhmann gilt: Was nicht kommuniziert wird, existiert gesellschaftlich nicht. Auch Probleme der Nachhaltigkeit werden erst dann als Aufgabe wahrgenommen, wenn sie kommuniziert werden. Wissen führt nicht automatisch zum Handeln, sondern eigene Lebensstile, Erfahrungen und Gefühle sind hier entscheidend. Wissen muss daher handlungsorientiert im Kontext mit realen Gestaltungsvorbildern und insbesondere damit verbundenen Emotionen erworben werden. Hier bietet der lokale Bezirk eine Fülle von konkreten vorbildlichen Projekten.
Hamburger Masterplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): Der Senat hat 2021 den „Hamburger Masterplan Bildung für nachhaltige Entwicklung 2030“ beschlossen. Damit ist der Weg geebnet, nachhaltige Bildungsangebote in allen Bildungsbereichen strukturell in der Hamburger Bildungslandschaft zu verankern. Ein Bildungsbereich sind hierbei auch die Bezirke. Aktivitäten und Projekte können hier konkret im eigenen Lebensbereich beispielhaft, niederschwellig und handlungsorientiert gestaltet werden. Ziel dabei ist nicht nur die Initiierung neuer Maßnahmen, sondern auch die Überführung bereits bestehender Projekte in dauerhafte Strukturen. Die vorliegenden Handlungsfelder und Ziele des Masterplans sind Vorschläge und Empfehlungen für die Bezirke.
Hierfür stellte der Senat Mittel zur Verfügung. Das Projekt wird aus Mitteln der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) gefördert und wird von der Hamburger Klimaschutzstiftung koordiniert. Hieraus können auch Projektmittel zur Umsetzung von BNE-Maßnahmen und Projekten in den Bezirken beantragt werden. Ausgeschrieben war zunächst in allen Bezirken die Maßnahme „Informations- und Beteiligungsformate zur Entwicklung und Stärkung von Netzwerken gestalten. Ein nachhaltiger Bezirk leistet einen Beitrag zur Umsetzung der SDGs in Hamburg“. Für die Umsetzung eines Projektes standen pro Bezirk und Jahr 10.700 Euro zur Verfügung.
HARBURG21 hat sich erfolgreich an den ersten Ausschreibungen mit dem Projekt eines Zukunftsbaum-Pfades beworben. Es veranschaulicht im Harburger Stadtzentrum, welche Baumarten für die kommenden Herausforderungen gut geeignet sind. Zukunftsbäume sind robuste Baumarten, die gut mit Hitze, Frost, Stürmen, Überflutungen sowie schädlichen Emissionen und Schädlingsbefall zurechtkommen. Sie trotzen damit dem Klimawandel und leisten einen Beitrag zur Klimaresilienz von Quartieren, insbesondere im innerstädtischen Bereich. Die Umsetzung des Masterplans BNE in allen wird fortlaufend auf der Seite der Hamburger Klimaschutzstiftung dokumentiert.