Wie alles begann: erste Auszeichnungsveranstaltung für „Umweltschulen in Europa“ 1995 im Alexander-von Humboldt-Gymnasium in Harburg
Das Programm „Umweltschule in Europa“ entstand als Folge des Nachhaltigkeitsgipfels Rio 1992, um die politischen Beschlüsse der Agenda 21 auch in der Bildung umzusetzen. Es wurde von der Foundation for Environmental Education (FEE) ins Leben gerufen, um umweltfreundliche Schulkonzepte und Bildung für nachhaltige Entwicklung zu fördern. Zunächst starteten sechs europäische Länder. In Deutschland wurden Organisation und Ausschreibung von der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU) übernommen. Schulen erhalten die jährliche Auszeichnung, indem sie selbstentwickelte Umweltkonzepte unter Beteiligung der gesamten Schulgemeinschaft umsetzen.
Das Programm "Umweltschule in Europa“ wurde in Deutschland im Jahre 1994 in Hamburg gestartet. Was im ersten Jahr noch zaghaft mit 8 ausgezeichneten Umweltschulen begann hat sich bis heute zu einem der größten Umweltprogramme an deutschen Schulen entwickelt. Im September 1995 fand die erste Auszeichnungsveranstaltung in der Pausenhalle des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Hamburg-Harburg statt.
Schülerinnen und Schüler, Eltern und Hausmeister, Lehrerinnen und Lehrer in 19 Hamburger Schulen hatten sich an der ersten Ausschreibung beteiligt. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Acht Hamburger Schulen durften sich ein Schuljahr lang „Umweltschule in Europa“ nennen. Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, das Gymnasium Allee Altona, das Gymnasium Dörpsweg, die Gesamtschule Kirchdorf, die Schule Lokstedter Damm, die Grundschule Schottmüllerstraße, die Schule Surenland und das Gymnasium Willhöden/Marion-Dönhoff-Gymnasium waren die ersten Schulen in der Bundesrepublik Deutschland, die diese Auszeichnung erhielten. „Umweltschulen“ gab es bis dahin nur in Dänemark, Frankreich, den Niederlanden, in Spanien und in Großbritannien.
Durch die gemeinsame Arbeit von Eltern für ein gesundes Pausenfrühstück, Teilnehmern der Wahlpflichtkurse Informatik und Umwelterziehung, der Schüleraktion Umwelt (SAU), der Schulband X-Over und der damaligen Klasse 6c mit ihrem Umweltlied gelang ein sehr guter und angemessener Rahmen für die Veranstaltung.
Über 200 Gäste der Umweltschulen, Vertreter der Schulbehörde, der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung und der STRABAG AG als Förderer der Ausschreibung sowie zahlreiche Vertreter der Medien waren dabei, als die Schulsenatorin Rosemarie Raab die Umweltschulen mit einer Urkunde, einer Umweltflagge und einem Umweltstempel auszeichnete. Gastgeber und Preisträger Alexander-von-Humboldt-Gymnasium hatte im letzten Schuljahr seine Arbeit in vier Handlungsfeldern gebündelt, in denen eine zunehmende Anzahl von Mitgliedern der Schulgemeinschaft engagiert zusammenarbeitete: Müllvermeidung, Mülltrennung, Müllrecycling, Energiesparen und Klimaschutz, gesundes Pausenfrühstück und Gestaltung von Kleinbiotopen im Schulgelände.
Dieses war der Anfang eines bisher 30jährigen Engagements der Schule für eine lebenswerte Umwelt und für nachhaltige Entwicklung mit jährlichen Auszeichnungen als Umweltschule in Europa. Gratulation zu dieser überragenden Leistung der Schulgemeinschaft.
Jürgen Marek, stellvertretender Schulleiter und Schulleiter des AvH von 1993 bis 2009
Quelle: Archiv der Homepage des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Hamburg