Biodiversität und Artenschutz

Als Biodiversität bezeichnen die Vereinten Nationen die Vielfalt aller lebenden Organismen, Lebensräume und Ökosysteme auf dem Land, im Süßwasser, in den Ozeanen sowie in der Luft. Diese biologische Vielfalt ist bedroht. In Deutschland gelten knapp ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten als gefährdet. Die Menge an Fluginsekten ist in den letzten dreißig Jahren um mindestens 75 Prozent zurückgegangen und gut zweihundert Blütenpflanzenarten stehen in Deutschland auf der „Roten Liste“ für gefährdete Pflanzen. Ausführliche  und aktuelle Informationen zum Artenschutz und zur Roten Liste bedrohter Tier-, Pflanzen- und Pilzarten finden Sie auf der Seite des WWF-Deutschland: https://www.wwf.de/themen-projekte/artenschutz/rote-liste-gefaehrdeter-arten

Die Schachblume ist in Deutschland stark gefährdet und gilt nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) als besonders geschützt. Foto: Jürgen Marek Der Grasfrosch: Harburg schützt sein Patentier. Foto: Colourbox7261937, Bezirksamt Harburg

Aktivitäten zum Erhalt der Biodiversität sollen das Artensterben  durch Renaturierung, Gestaltung besserer Lebensräume durch Verbünde einzelner Biotope und die Einrichtung von Schutzgebieten stoppen.

Harburger Naturschutzgebiet Neuländer Wiesen. 250 Hektar für Arten- und Klimaschutz. Fotos: Jürgen Marek

Wichtige Maßnahmen sind u. a. eine nachhaltige Landwirtschaft, Schutz und Wiederherstellung von Ökosystemen, um die Lebensgrundlage bedrohter Arten zu sichern und der Verzicht auf den Einsatz von Schadstoffen wie Pestiziden.

 Tiere und Pflanzen haben wichtige Funktionen in unseren Ökosystemen. Ohne sie könnten wir auf unserem Planeten nicht existieren. Die Biodiversität liefert Nahrung, stellt Wirkstoffe für Arzneien bereit, und spielt eine wichtige Rolle in der Klimaregulation. Artenreiche Wälder und Wiesen können mehr Kohlenstoff aufnehmen und so der Atmosphäre das Treibhausgas Kohlendioxid  besser entziehen. Unterschiedliche Arten besetzen außerdem unterschiedliche Nischen im Ökosystem. Fehlen Arten, so werden Ökokreisläufe und Nahrungsketten gestört.

Wenn zum Beispiel Insektenarten aussterben, wirkt sich das auf Vögel aus, die sich von diesen Insekten ernähren, und gleichzeitig auch auf die Bestäubung von Pflanzen und damit auf die Ernte. Nach Bienen zählen Schmetterlinge zu den  wichtigsten Blütenbestäubern. Durch ihre langen Rüssel können sie auch tiefe Blüten erreichen.

Alle wildlebenden Schmetterlinge sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt , auch der der „Kleine Fuchs“. Foto: Johannes Marek

Wir alle können durch eigene kleine  Maßnahmen dem Rückgang der Biodiversität entgegenwirken. Eine einfache Möglichkeit ist das Anlegen von Wildblumenflächen, die auch bedrohten Insektenarten wie Bienen und Schmetterlingen einen Lebensraum bieten. Solche Flächen erhöhen auch das Nahrungsangebot für Vögel und Kleintiere, sie weisen insgesamt eine hohe Artenvielfalt auf.

Ein Friedhof blüht auf! Mitmachen beim Insektenschutz durch Gestaltung von Wildblumenwiesen. Foto: Regina Marek

Zudem tragen ökologisch gestaltete Grün- und Blühflächen zum Klimaschutz bei. Sie haben eine erheblich größere Oberfläche als kurz geschorene Rasenflächen, entziehen der Atmosphäre deswegen mehr CO₂ und gehören dementsprechend zu den so sehr erwünschten CO₂-Senkern im urbanen Raum.

Fast 600 Wildbienenarten in Deutschland sind wichtige Bestäuber für heimische Blütenpflanzen. Diese Wildbienen, die keine Staaten bilden und Wespen – sogenannte Solitärwespen – benötigen Hohlräume in Holz, Stängeln, in der Erde oder in Steinen, u.a. um darin Brutkammern anzulegen.

Insektenhotels für Wildbienen: ein Beitrag zum Artenschutz. Foto: Jürgen Marek

Sogenannte Insektenhotels, bieten hier eine Vielzahl von Nistmöglichkeiten und auch Schutz- und Überwinterungsmöglichkeiten an. So hat der Imkerverein Harburg-Wilhelmsburg und Umgebung e.V. im Bezirk Harburg Nisthilfen initiiert und angelegt. Eine befindet sich im Innenhof des Harburger Rathauses.