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Echt süß! Gesunde Zuckeralternativen im Vergleich

Sorglos süßen ohne Reue

Titelseite Echt süßManche mögen’s heiß, die meisten mögen es richtig süß. Zuckersüß sozusagen. Zucker ist ja auch ein exzellenter Energiespender und bringt gute Laune. Sein Verzehr macht aber auch dick und begünstigt Karies und Stoffwechselkrankheiten. Die eindeutig gesündere Alternative ist ein Leben mit wenig(er) bzw. ohne Zucker. Schmeckt wohl nicht jeder oder jedem. Doch, denn es gibt Mittel und Wege, der süßen Lust ohne „Risiken und Nebenwirkungen“ zu frönen.

Die entsprechenden Grundlagen dazu bietet Dr. Andrea Flemmers 108 Seiten umfassende Werk Echt süß! Gesunde Zuckeralternativen im Vergleich. Um es gleich vorwegzunehmen: Die Lösung für Übergewichtige, Diabetiker/innen und freiwillige Zuckerasketinnen und -asketen sind Zuckeraustauschstoffe (Xylit, Erythrit usw.) und natürliche Süßstoffe wie etwa Stevia und Thaumatin. Sie beeinflussen den Blutzuckerspiegel nicht, sind grundsätzlich kalorienfrei, geschmacksneutral, zahnfreundlich und teilweise sogar gesundheitsförderlich. Einige der Süßstoffe sind geeignete Koch- und Backzutaten und manchmal auch in Bioqualität erhältlich. Dank ihrer sagenhaften Süßkraft können sie in erheblich geringeren Mengen als gewöhnlicher Haushaltszucker eingesetzt werden. Auf diese Weise können Stevia & Co. mit einem relativ geringen landwirtschaftlichen Flächenverbrauch im Vergleich zu dem von Zuckerrohr und Zuckerrüben punkten, allerdings kaum mit ihren Preisen.

Zurück zum Anfang. Warum sind wir schon früh auf süß gepolt? Wo und in welchen  Formen kommt Zucker als natürlicher Kraftspender vor und wie süß ist er im Vergleich zu Haushaltszucker? Diesen Fragen geht die Autorin in den ersten beiden Kapiteln nach. Warum (zu viel) Zuckerverzehr Karies, Übergewicht und (meist als Folge davon) Diabetes verursachen kann, erschließt sich den Leser/innen aus dem nächsten Kapitel und führt sie direkt zur Frage nach gesunden Zuckeralternativen. Die Antworten hierzu liefert Flemmer in den nächsten Kapiteln. Natürlicher Zuckerersatz aus aller Herren Länder wie Honig, Kokosblütenzucker, Fruchtdicksäfte etc. sind eher weniger gefragt, da sie ähnlich zahn- und gesundheitsschädlich wie Industriezucker. Wie steht es mit künstlichen Süßstoffen wie beispielsweise Cyclamat, Saccharin, Suclarose? Negativ, da verschiedentlich gesundheitliche Bedenken bestehen. Was noch bleibt ist Gegenstand der letzten beiden Kapitel. Hier definiert und beschreibt die Autorin eine Reihe sogenannter Zuckeralkohole und natürliche Süßstoffe, ihr natürliches Vorkommen, benennt EU-rechtliche Zulassungsprobleme und Höchstmengen sowie ihre Verwendung, Eigenschaften, Wirkung, Bezugsquellen und Preise. Als Schmankerl gibt es zwei Stevia-Rezepte für leckere Nachspeisen. Zusammenfassende Tipps, Übersichten und Erklärungen bieten das Schlusskapitel und der Anhang. Das Quellenverzeichnis versammelt die wissenschaftliche Basis des Ratgebers und wird durch weiterführende Links ergänzt.

Fazit:
Natürlich können Sie Ihre Zuckerlust zähmen, indem Sie den Verzehr von zuckrigen Süßwaren anhaltend einschränken. Auf Dauer korrigiert sich der Bedarf an Süßem automatisch nach unten und Zuckerware wird weniger begehrenswert. Gleichzeitig verfeinern sich die Geschmackswahrnehmungen so, dass selbst Leitungswasser eine leicht süßliche Note erhält - wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Wem diese Methode jedoch nicht so mundet ‒ verzichten fällt der westlichen Gesellschaft im Allgemeinen enorm schwer ‒ für den gibt es diese kleine aber feine Zucker- und Süßstofffibel. Gesundheitsbewusste Naschkatzen finden hier kompetent und zugleich leicht und locker aufbereitete Sachinformationen in Form von Hintergründen, Definitionen, Fakten, tabellarischen Übersichten, Rechtsgrundlagen, Bezugsquellen und Ernährungstipps. Kurzum: Ein idealer Ratgeber für alle, die aus gesundheitlichen Gründen oder freien Stücken ihren Zuckerverbrauch reduzieren beziehungsweise auf Null herunterfahren möchten, ohne dabei Frust schieben zu müssen. Eigentlich sollte dieser aufschlussreiche Zuckerkompass in keiner (Lehr-) Küche fehlen, trägt er doch klar zu einem vernünftigen Ernährungsbewusstsein bei ‒ zum Wohle des Einzelnen, der Krankenkassen und der Umwelt.

Dr. Chris Baudy
Freier Autor & Journalist

Literaturangaben:
Dr. Flemmer, Andrea, 2011, Echt süß! Gesunde Zuckeralternativen im Vergleich. Mit Ernährungstipps. 108 Seiten, VAK: Kirchzarten (bei Freiburg)

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