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Staatliche Handelsschule mit Berufsbildendem Gymnasium Harburg (H10)

Kompetenzen entwickeln für den Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz

Preisträger des Harburger Nachhaltigkeitspreises 2013


Portrait


Unsere Schule (früher: Staatliche Handelsschule mit Wirtschaftsgymnasium Harburg) mit circa 750 Schülern ist die einzige Berufliche Schule mit kaufmännischer Ausrichtung im Hamburger Süden. Wir verbinden Pädagogik mit Anspruch, Innovation mit Tradition und vermitteln ein solides theoretisches Fundament. Die Leitidee unserer pädagogischen Arbeit ist dabei der Bezug zur wirtschaftlichen Praxis, der durch ständige Kontakte zu Betrieben, verbunden mit Seminaren zur Studien- und Berufswahl und durch Betriebspraktika ergänzt wird. Fächerübergreifender, projekt- und prozessorientierter Unterricht sowie individualisiertes Unterrichten sind weitere Kernelemente des Unterrichts.

Das Schulleben ist primär geprägt durch Lernen und Unterricht. Darüber hinaus liegt aber ein Schwerpunkt in der Förderung persönlicher Entfaltung. In den vier Schulformen ist jeder in seiner Individualität willkommen; Toleranz, Rücksichtnahme und Respekt werden groß-geschrieben. Schülerinnen und Schüler verbringen einen großen Teil ihrer Zeit in und mit der Schule. Aber nicht alles ist gleichzusetzen mit Lernen und Unterricht. Es ist das Bestreben des H10-Teams, auch über den Unterricht hinaus Lebensqualität anzubieten. Zu diesen Aktivitäten gehören Projekte, Veranstaltungen, Exkursionen, Studienfahrten und auch die Teilnahme an Wettbewerben. Nur durch Freude an der Schule kann Motivation entstehen und somit zum Lernerfolg beitragen!

Ein Schwerpunkt der Schule ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung, die sich insbesondere durch vielfältige Aktivitäten zu Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz (RUK) auszeichnet. Die Schule wurde mehrfach als Umweltschule in Europa gewürdigt, ist eine Hamburger Klimaschule und erhielt für ihre beispielhafte Arbeit mehrfach den Hamburger Klimabären. Ferner gewann sie im November 2013 den mit 500 Euro dotierten Harburger Nachhaltigkeitspreis 2013.

Kontakt:
Staatliche Handelsschule mit Wirtschaftsgymnasium Harburg (H10)
Göhlbachtal 38
21073 Hamburg
Telefon: 040-428 88 63-0
Telefax: 040-428 88 63-32
E-Mail:  h10@hibb.hamburg.de
Homepage: www.handelsschule-harburg.de
Schulleiter: Wolfgang Bruhn
Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutzbeauftragter: Michael Schulz


Bedeutung des Nachhaltigkeitsgedankens für die Arbeit

Das Streben nach Nachhaltigkeit ist ein zentraler Gedanke, den Lehrende, Schülerschaft und Schulpersonal zu einem festen Bestandteil der Schulkultur verankert haben. Er findet seinen Ausdruck in Schulprogramm und in den Ziel-Leistungs-Vereinbarungen der Schule und hat in einzelnen Elementen bereits eine langjährige Tradition.

Eine besondere Herausforderung bei der dauerhaften Verankerung fester Strukturen an einer Berufsschule ist die nur geringe Verweildauer (zwei oder drei Jahre) der Schülerschaft in den Ausbildungsgängen. In diesem Sinne gilt es, tragende Strukturen für die jeweiligen und künftige Schülerschaften zu etablieren, um eine kontinuierliche und zukunftsfähige Arbeit zu gewährleisten. Solche Strukturmerkmale sind zum Beispiel ein nachhaltiger Schulkiosk, sogenannte Energy-Cops als Klimasprecher in den Klassen und Kursen und insbesondere ein festes Schülerbegrüßungsprogramm, in dem Aktivitäten zum Klimaschutz für die jeweils neue Schülerschaft durch Schülerinformationen fassbar gemacht und tradiert werden.


Schwerpunkte und Highlights unserer Arbeit  und wie geht es weiter?

Zentrales langjähriges Projekt zur Umsetzung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung ist das RUK-Konzept, ein die ganze Schule betreffendes Programm zum Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz. Unter dem Motto „Global denken und lokal handeln“ stehen folgende Ziele im Vordergrund: eine Verbindung der Nachhaltigkeitsdimensionen Ökonomie (sorgfältiger Umgang mit Ressourcen), Ökologie (umweltverträgliches Handeln) und Soziales (gemeinsame Strategieentwicklung bei großer Heterogenität und Vielfalt der Schülerschaft). Hierbei geht es nicht nur um Wissen, sondern  insbesondere darum, nachhaltiges Handeln im Schulleben zu verankern. Voraussetzung für ein Gelingen ist hier ein starker Schülerbezug mit eigenständigen und selbstverantwortlichen Gestaltungsmöglichkeiten (zum Beispiel Schülerbegrüßungsprogramm) und insbesondere eine starke Wertschätzung der Nachhaltigkeitsaktivitäten auf allen Ebenen der Schulgemeinschaft.

Eine konkrete Umsetzung erfolgt in Form von RUK-Projekttagen. Hierbei erweisen sich zwei Strategien als erfolgreich: vertikale RUK-Tage, an denen der heterogenen Schülerschaft verschiedene Themen in 17 Fachstationen zu unterschiedlichen Handlungsfeldern angeboten werden, und horizontale RUK-Tage, in denen ein zentrales Thema für die Schulgemeinschaft im Vordergrund steht. Ein solches Thema war in diesem Jahr das Thema „Ernährung“ als zentrales Thema der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Hier ging es uns darum, Informationen und Impulse zur Motivation und Aktivierung in die Schule zu tragen und gleichzeitig die Schulgemeinschaft für neue handlungsbezogene Unterrichtsthemen und -formen zu sensibilisieren und anzuregen.

Zentrales Anliegen war auch die Entwicklung eines Schulkiosks unter den Gesichtspunkten regional, saisonal, Fairtrade und Bio. Die Einbeziehung von externen Kooperationspartnern wie Ökomarkt, Verbraucherzentrale und Fairtrade leisten hier gute Dienste.

Neben den RUK-Aktionstagen gelingt es, das Thema in der Schulgemeinschaft präsent zu halten und durch Informationsveranstaltungen und kulturelle Events über die Schule hinaus in den Stadtteil zu transportieren. Insbesondere die Klimasprecher der Klassen geben hier neben „Licht- und Energiekontrolle“ wertvolle Anregungen zum nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen.

Auch jährliche RUK-Wettbewerbe, in denen die Klassen Preise für gutes Reinigungsverhalten, Vermeidung von Vandalismus und nachhaltigen Umgang mit der Energie erhalten können, tragen zur Bewusstseinsbildung bei. Die Klassen werden hier von einer Jury in der unter anderem auch das Reinigungspersonal vertreten ist, mit einem Bewertungsbogen begutachtet. Geldpreise aus fifty/fifty-Mitteln stehen für ein ökologisches Frühstück der Siegergruppen zur Verfügung.

In der Zukunft geht es darum das RUK-Konzept unter den Bedingungen eines neuen WIR-Konzeptes (W: Wirtschaftliche Nachhaltigkeit, I: Identifikation mit der Schule, R: Recycling und Reduzierung) fortzuentwickeln und zu stärken. Auch die Durchführung einer RUK-Tombola soll zur stärkeren Beteiligung, zur Bewusstseinsbildung und zu Mitteln für weitere Aktivitäten beitragen.


HARBURG21 als Lokales NachhaltigkeitsNetzwerk

HARBURG21 ist uns bekannt; die Arbeit wird begrüßt und als sehr positiv gesehen. Die Schule hat bereits bei vielfältigen Netzwerk-Aktivitäten von HARBURG21 als Kooperationspartner aktiv mitgewirkt (zum Beispiel Schulveranstaltung im Elbcampus, Klimaschutzveranstaltung im Harburger Rathaus) und wird dieses auch weiterhin tun. Wir wünschen uns eine stärkere Förderung der Zusammenarbeit der Schulen über die einzelnen Schulformen hinaus. Ein besonderes Anliegen ist die Etablierung von Umweltbeauftragten an den Schulen, die als „Knoten“ eines Netzwerkes gesehen werden könnten. HARBURG21 sollte hierzu ein Forum für den direkten persönlichen Austausch schaffen.

Von außen her sollte die Anerkennungs- und Wertschätzungskultur für die Harburger Schulen in ihrer beispielhaften Arbeit zur nachhaltigen Entwicklung intensiviert werden. Der Harburger Nachhaltigkeitspreis ist hier ein sehr guter Ansatz. Wünschenswert ist auch eine stärkere mediale Präsenz des Themas und der Akteure. //

Links:
HARBURG21-Netzwerk Schulen21
Erster RUK-Tag in Harburg (09.09.11)
RUK-Projekttag an der Scheeßeler Kehre (01.03.12)


> HARBURG21-Porträt (Beitrag zur Interviewreihe "Gelebte Nachhaltigkeit")


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