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Forum Biosprit (nicht mehr aktiv)

Willkommen beim Diskussionsforum Biosprit. Das Forum war anlässlich des Jahresthemas Mobilität im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung bis Ende 2013 freigeschaltet.

Biosprit Super E10 (Foto Gisela Baudy)Seit 2011 gibt es ihn schon: den zehnprozentigen Öko-Kraftstoff beziehungsweise Biosprit E10. Dennoch zeigen Erhebungen im Jahr 2013 bei namhaften Tankstellen, dass nur etwa 20 Prozent aller Fahrer von Autos mit Benzinmotoren E10 tanken. Rund 75 Prozent tanken nach wie vor Super E5.

Tanken Sie Biosprit? Warum sind Sie für den Biokraftstoff, warum dagegen? Wer möchte, kann sich gerne über das Thema Biosprit in unserem Klima-ABC informieren (Stichworte Biosprit, Biokraftstoffe, Bioethanol, Ethanol, E10 etc.).

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#1Sara, 18.03.2013 17:47
Gut so! Aber es geht dabei nicht nur um dein Auto. Es geht auch um die Umwelt!
#2Bernd, 18.03.2013 17:53
Was du nicht sagst. Ich denk, es geht bei Biosprit gerade um die Umwelt? Oder bin ich da im falschen Film?
#3Petra, 19.03.2013 12:13
Ich würde lieber gar nicht tanken: Die Leute sollten besser auf ihr Auto ganz verzichten, als zum Biosprit zu greifen. Eine Stadt, in der nur Fahrrad und allenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren werden darf, halten viele für undenkbar. Aber warum sollte das nicht möglich sein? Wegen des stagnierenden oder rückläufigen Wirtschaftswachstums, das dann zu erwarten wäre? Aber hallo. Was wäre daran wirklich so schlecht? Die wirtschaftliche Entwicklung in den Industriestaaten würde sich endlich mal auf ein gesundes Maß zurechtschrumpfen. Denn das brächte überall die so dringend benötigte Entschleunigung. Und die täte nicht nur unserer Umwelt gut und brächte eine Super-CO2-Bilanz. Auch unsere Gesundheit hätte viel davon, allen voran unsere Kinder, die heute alle möglichen Stress-Symptome zeigen.
#4Bernd, 19.03.2013 12:22
Das ist ja Spinnkram. Wie willst du da wettbefähig bleiben? Da kann Deutschland ja gleich einpacken.
#5Lea, 19.03.2013 15:10
Das mag sein. Aber es dürfte inzwischen bekannt sein, dass Biosprit ein ökologischer Selbstschuss ist. Was du beim Autofahren an CO2 einsparst, geht bei der aufwendigen Herstellung von Biosprit wieder verloren. Und dann der ganze Unsinn mit dem Anbau von Mais und Getreide. Was für unsere Nahrung gedacht war, landet im Tank, auch in armen Ländern. Und der einseitige Maisanbau macht Böden kaputt. Viele Tiere finden keine Nahrung.

Kommentar der Redaktion:

Guck mal in unserem Klima-ABC unter dem Stichwort "Biokraftstoffe". Hier findest du noch weitere Aspekte.

#6Hermann, 20.03.2013 15:54
Biosprit ist mal wieder ein von blindem Aktionismus geprägter Vorstoß der EU, um CO2 zu reduzieren und damit sauber dazustehen. Weit gefehlt. Die Energiepflanzen besetzen auch hierzulande Anbauflächen, die für Lebensmittel nötig sind. Uns geht bereits heute schon der Hafer aus. Braucht vielleicht nicht jede/r. Aber wenn der Agrarsprit-Wahnsinn weitergeht, dann fehlt uns bald noch viel mehr als nur der Hafer. Die Luft wird auch nicht besser: Schnellwachsende Hölzer für die Herstellung von Biosprit verströmen nämlich bodennahes Ozon und das reizt die Atemwege. Von guter Ökobilanz also keine Spur. Meine Lösung: einfach weniger Auto fahren, besonders in der Stadt.
#7Lisa, 21.03.2013 08:51
Biosprit hat nicht nur schlechte Seiten! Ich habe mich schon lange über die viele Kritik geärgert, die Biosprit in der Presse inzwischen gefunden hat.

Raps zum Beispiel ist, wie ich meine, ein umweltfreundlicher Treibstoff für unsere Autos. Denn er kann - im Unterschied zu Erdöl - immer wieder nachwachsen.

Auch ist die Verwendung von Rapsöl als Energiepflanze gar nicht so neu, wie dies heute dargestellt wird. Denn bereits unsere Urgroßeltern haben aus dem Öl der Samenkörner Öl gepresst und damit die Öllampen befüllt. Auch dient es schon lange als Schmiermittel für Maschinen. Erst heute ist Rapsöl auch in unsere Küche als Speiseöl zu finden, nachdem man ihm industriell die Bitterstoffe entziehen konnte.

Ich verstehe daher die Aufregung darüber nicht, dass in Deutschland heute der meiste Raps als Kraftstoff verwendet wird. Ich bin der festen Überzeugung, dass man hier alle Energiepflanzen über einen Kamm schert, um Biosprit per se zu verteufeln.
#8Bianca, 26.03.2013 10:59
Hallo Lisa, was du hier über den Raps sagst, mag stimmen. Gewiss kann hier die Energiegewinnung prinzipell als klimaschonend gelten, zumal wenn der Raps in Europa und nicht in der Dritten Welt angebaut wird. Das betrifft wohl auch die Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais und Getreide.
Aber die Produktion von Energiepflanzen konkurriert empfindlich mit dem Anbau von Nahrungsmitteln, auch in Deutschland und Europa, nicht nur in der Dritten Welt. Das wird auch bei uns kurz über lang zu Nahrungsengpässen führen. Außerdem führt der großflächige Energiepflanzenanbau zu Monokulturen und den damit verbundenen Problemen wie Flurschäden und Artenverlust.

Kommentar der Redaktion:

In Deutschland werden heute 75 Prozent des produzierten Rapsöls als Biokraftstoff genutzt. Raps, der Rohstoff von Biodiesel, ist mit gut einer Million Hektar Ackerfläche Deutschlands wichtigste Ölfrucht.

Der Rapsanbau ist vor allem in Europa, Kanada und China zu finden. Ursprünglich vor 4000 Jahren vermutlich in Indien beheimatet, kam er im 14. Jahrhundert nach Mitteleuropa, im 17. Jahrhundert nach Deutschland.

Zu Biosprit und Biodiesel siehe im Klima-ABC unter dem Buchstaben B.

#9Thomas, 26.03.2013 11:03
Ich bin der Meinung, dass man eher etwas gegen die Armut und den Hunger in der ganzen Welt unternehmen sollte, bevor man darüber nachdenkt, wie Gutbetuchte ökofreundlich weiterhin ihren Porsche fahren können.

Gewiss, da suchen Fachleute heute nach alternativen Pflanzen, die nicht zum Verzehr geeignet sind. Aber was nützt das schon groß, wenn hierzulande weiterhin Raps oder Mais angebaut werden, um daraus Biosprit herzustellen? Auch geht das Abholzen der Regenwälder in der Dritten Welt munter weiter. Außerdem: Alle Energiepflanzen benötigen Ackerflächen, auch die sogenannten alternativen Energiepflanzen. Und die fehlen uns dann zum Anbau von Pflanzen, von denen wir uns ernähren können.

Vorteile vom Biosprit-Anbau haben also wieder nur die Reichen. Und die sitzen in ihren dicken Autos und fühlen sich noch gut dabei.

Kommentar der Redaktion:

Kleiner Tipp: Eine umfassende Studie der Leuphana Universität Lüneburg zur Biosprit-Pflanze Jatropha zeigt die ungelösten Probleme von Biosprit auf. Siehe unter Biosprit-Pflanze Jatropha auf dem Prüfstand mit Link zum Download der Studie oder im Klima-ABC unter dem Eintrag Jatropha-Pflanze.

#10Lisa (2), 08.04.2013 09:39
Ganz kann ich den Boom um die Jatropha-Pflanze nicht nachvollziehen. Die Pflanze soll zwar ziemlich genügsam sein und trotzdem viel Öl produzieren, mehr noch als Raps. Das ist natürlich super. Was aber bleibt, ist doch der riesige Flächenverbrauch. Der fehlt nach für vor für die Produktion von Nahrungsmitteln gegen den Hunger weltweit.
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