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Rund 60 Gäste beim 1. Harburger Netzwerktreffen - Schritt für Schritt in eine nachhaltige Vernetzung

Gemeinschaftsfoto mit Thomas Völsch (hinten links) und den beteiligten Initiativen der Netzwerk-Broschüre. (Foto Gisela Baudy)


Haben Sie Ideen und Ressourcen für ein gemeinsames Nachhaltigkeitsprojekt? Wie könnte ich beziehungsweise meine Organisation dabei mitwirken? Um diese beiden Zentralfragen ging es am 8. Juli 2014 beim 1. Harburger Netzwerktreffen im Harburger Rathaus. Dabei hatten rund 60 Akteure und Gäste reichlich Gelegenheit, sich über gelungene lokale Vernetzungen in Sachen Nachhaltigkeit zu informieren und eigene Vernetzungsgespräche zu führen. Auch wurde die druckfrische Netzwerk-Broschüre "Gelebte Nachhaltigkeit im Bezirk Harburg - 22 Porträts zur zukunftsfähigen Entwicklung und 1. Harburger Nachhaltigkeitspreis" erstmals den lokalen Initiativen und der Öffentlichkeit präsentiert.

Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (Foto Gisela Baudy)Unter den Initiativen und Einrichtungen, die der Einladung des Nachhaltigkeits-Netzwerkes HARBURG21 Folge leisteten, waren die Bioinsel Harburg, die Blue Engineering AG, der AStA und die Book Crossing Zone der TUHH, der Eisenbahnbauverein e.V., der Elbcampus, das Freiwilligennetzwerk Harburg, die Kulturwerkstatt Harburg, der Imker-Verein Harburg-Wilhelmsburg, die Initiative "Lärm macht krank", die NABU Gruppe Süd, Neugraben fairändern, die Initiative No Fracking (BI FHH Harburg), die Veganer Anna Baum und Benjamin Bartel, die Wassersportgemeinschaft Neuländer See sowie Harburger Schulen, die Bezirksverwaltung und Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft und der Harburger Bezirksversammlung. Auch Gründungsmitglieder von HARBURG21 wie der frühere Bezirksamtsleiter Bernhard Hellriegel und das frühere Lenkungsgruppenmitglied Rolf Buhs waren erschienen.

Programmpunkte: Nach der Begrüßung durch Bezirksamtsleiter Thomas Völsch verfolgten mehr als 60 Gäste interessiert die Powerpoint-Präsentation der Journalistin Gisela Baudy zur Netzwerk-Broschüre und den Vortrag der Netzwerkexperten Jürgen Forkel-Schubert, Referent für Nachhaltigkeit in der BSU Hamburg, und Susanne Wildermann, Leiterin des Agenda21-Büros in Hannover. Zweiter Programmpunkt war die eigentliche Netzwerkarbeit in vier moderierten Diskussionsgruppen zum Thema Möglichkeiten und Chancen einer lokalen Vernetzung in Sachen Nachhaltigkeit. Zum Abschluss stellte jede Gruppe ihre Powerpointpräsentation im Harburger Rathaus (Foto Michael Wohl-Iffland)entwickelten Ideen und Vorschläge dem Plenum vor. Die Moderation des Abends hatte HARBURG21-Lenkungsgruppen-Mitglied Jürgen Marek. Das Rahmen-Programm der Abendveranstaltung waren eine Plakat-Ausstellung zur Broschüre und lockere Netzwerkgespräche bei veganen oder Bio-Erfrischungen, begleitet von den Koraklängen des Senegalesen Saliou Cissokho.

Inhalte: Ziel der Veranstaltung war es, eine Weiterentwicklung und Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung vor Ort über lokale Netzwerkgespräche anzustoßen. Mit seinem Impulsreferat "Wie geht es weiter? Initiative Hamburg Lernt Nachhaltigkeit (HLN) und Agenda 21 HARBURG21" zeigte Forkel-Schubert zunächst auf, dass wir etwa in den Bereichen Energieverbrauch und Konsum noch weit von dem gesteckten Ziel der gesellschaftlichen Fairness entfernt sind. Ist beispielsweise die Harburger Schlossinsel, die für Arbeitsgruppe mit Experte Jürgen Forkel-Schubert (vorne links) und HARBURG21-Moderatorin Regina Marek (hinten Mitte) (Foto Gisela Baudy)klimabewussten innovativen Wohnungsbau steht, nur für  Besserverdienende? Wie weit geht unser verantwortungsbeswusstes Konsumverhalten, wenn trotz unserer ethischen Grundhaltung der Markt-Anteil von fair gehandeltem Kaffee in Deutschland immer noch bei 2,2 Prozent liegt? "Wir müssen vom Projekt zur Struktur gelangen und und dabei die neue Generation einbeziehen", benannte Forkel-Schubert die Ziele von HLN, die am 25. November 2014 ihre Abschlusskonferenz hat. Ab 1. Januar 1. Arbeitsgruppe mit Moderator Frank Wiesner (hinten links) und HARBURG21-Koordinatorin Monika Uhlmann (Mitte). (Foto Gisela Baudy)2015 startet das auf fünf Jahre angelegte UN-Weltaktionsprogramm BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung). Es will BNE neben der Verankerung in der Bildungs- und Entwicklungs-Politik auch auf kommunaler Ebene voranbringen. "Auch der Bezirk Harburg ist herzlich eingeladen", so Forkel-Schubert in Richtung Thomas Völsch.

Im zweiten Impulsreferat "Agenda 21- und Nachhaltigkeitsbüro Landeshauptstadt Hannover"  wurde deutlich, wie weit HARBURG21 als lokale Agenda 21 im Bezirk Harburg noch von einer systemischen Verankerung wie in Hannover entfernt ist. Wildermann erklärte, dass das Agenda 21-Büro in Hannover, das bei seiner Gründung im Jahr 1996 mit zwei vollen Stellen und einer FÖJ-Stelle (Freiwilliges Ökologisches Jahr) begann, heute mit vier vollen Stellen strukturell optimal aufgestellt ist. Hinzu kommen zwei halbe Arbeitsstellen und ein FÖJ-Stelle. Entsprechend eindrucksvoll ist die Bandbreite, kontinuierliche Weiterentwicklung und Tiefenwirkung nachhaltiger Maßnahmen. Dazu gehören etwa der Autofreie Sonntag, der Kinderwald Hannover, die nachhaltige Beschaffung in der Verwaltung, die nachhaltige Veranstaltungsplanung und die vielfältige Förderung des fairen Handels ebenso wie die finanzielle Unterstützung lokaler Projekte und Vernetzungsaktivitäten.

Arbeitstafel der 1. Arbeitsgruppe mit Jürgen Forke-Schubert (Foto Gisela Baudy)

 

In den anschließenden Diskussionsgruppen und auf der Meinungswand vor dem Großen Rathausssaal wurden viele Ideen für eine Netzwerkarbeit im Sinne der Agenda 21 im Stadtteil zusammengetragen. Die Themen reichten von stadtplanerischen Veränderungen wie zum Beispiel umweltreundlichen Mobilitätsstrukturen und mehr Stadtgrün über klimabewusste Ernährung, mehr Bürgerbeteiligungen, mehr Transparenz bei Verwaltungsentscheidungen bis hin zu stärkerer Vernetzung auch außerhalb des Bezirks und der vermehrten Koraspieler Saliou Cissokho. Im Hintergrund die UNESCO-Fahne für HARBURG21 (Foto Chris Baudy) Einbindung junger Menschen in den Agenda 21-Prozess. Beispielsweise wurde die Forderung nach einem STADTRAD, nach Laufgemeinschaften oder einem autofreien Aktionstag in Harburg laut. Weitere konkrete Vorschläge waren ein veganer Pfad, ein gemeinsames nachhaltiges Essen beim Bürgermeister, öffentliche Gärten im Stadtteil, selbst gebaute Windräder für jedermann, ein Nachhaltigkeitspreis für Unternehmer oder eine Planstelle für Nachhaltigkeit.

"Das war eine tolle Veranstaltung", war bei Veranstaltungsende von vielen Seiten zu hören. "Das macht Lust auf mehr", sagte auch Antje Kurz, Projektleiterin von Neugraben fairändern. Auch kam es bereits zu ersten Vernetzungen. Beispielsweise griff Michael Schulz, Lehrer der Staatlichen Handelsschule mit Wirtschaftsgymnasium (H10), den Vorschlag einer veganen Ernährung auf und plant, in seiner Schule einen veganen RUcK-Tag einzuführen. Andere wie Thomas Jörck von der Bioinsel dagegen wünschen sich für zukünftige Veranstaltungen mehr Zeit für intensivere Vernetzungsmöglichkeiten.

Die Plakat-Ausstellung ist voraussichtlich noch bis Ende August im Harburger Rathaus zu sehen. Mit Glück lässt sich auch die dazugehörige Broschüre direkt im Foyer des Rathauses oder des 200 Meter entfernten Standesamtes in der Knoopstraße 35 ergattern. Weitere Exemplare können Sie über buero(at)harburg21.de bestellen, solange der Vorrat reicht. Einen ersten Eindruck von der Ausstellung erhalten Sie unter Aktuelles. (Gisela Baudy)

> Hintergrundinfos zur Veranstaltung
> Literaturangaben zur  Broschüre "Gelebte Nachhaltigkeit - 22 Porträts zur zukunftsfähigen Entwicklung und erster Harburger Nachhaltigkeitspreis"
> Porträts der beteiligten Initiativen und Einrichtungen
> Aufruf der UNESCO: Gesucht: "GAP Launch Commitments" – Verpflichtungserklärungen zum Weltaktionsprogramm. Deadline: 15. August 2014. Einzureichen unter esddecade(at)unesco.org. Mehr Infos siehe beim BNE-Portal.

Gisela Baudy

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