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20.03.2021

Umwelt, Bildung und Soziales gewinnen beim 8. Harburger Nachhaltigkeitspreis

5.000 EUR für öko-soziales Wohnen, integratives Umwelthandwerk und lokalen Lebensmittel-Energie-Kreislauf

Coronabedingt fand am 19. März die Verleihung des 8. Harburger Nachhaltigkeitspreis online statt. Drei Bewerberinnen und Bewerber konnten sich über den 5.000 Euro dotierten Preis freuen. Förderer des Preises waren die Bezirksversammlung Harburg und die Sparda-Bank Hamburg. Kooperations-Partner der Veranstaltung war wie schon in den Vorjahren die Initiative HARBURG21.

Online-Preisverleihung 19.03.21 (Foto Gisela Baudy)

Im November letzten Jahres sollte der Harburger Nachhaltigkeitspreis zum achten Mal im Harburger Rathaus öffentlich verliehen werden. Doch mitten in der zweiten Corona-Welle war daran nicht zu denken. Die Veranstalter*innen hofften, die Ehrung und Preisübergabe im März 2021 live nachholen zu können.

Am Abend des 19. März 2021 nahm das lang ersehnte Event Formen an, allerdings nicht in der gewohnten Art und Weise. Die Live-Einstimmung mit Harfen-, Keyboard- oder Gitarrenklängen fehlte. Das übliche Hallo, Zunicken und Winken, das Stühle-Rücken und kurze Austauschen von Infos gab es beim Eintreffen der Gäste auch nicht. Die Frage „Sitzt hier schon jemand oder ist hier noch frei?“ stellte sich ebenfalls nicht. Denn jede und jeder Teilnehmende saß vor dem eigenen Bildschirm mit stummgeschalteten Mikrophon, wählte sich per Mausklick ein und konnte die Veranstaltung praktisch wie eine Fernsehsendung oder ein Theaterstück verfolgen. Hatte sicherlich auch seinen Reiz. Denn: Keine*r der Zuschauenden musste die Füße stillhalten, ein Husten oder Niesen unterdrücken oder flüstern.  Dafür fehlte die menschliche Wärme einer persönlichen Begegnung. Catering gab es natürlich ebenso wenig wie die feierliche Übergabe der Siegerurkunden mit Foto-Shooting - dafür wird dieses Mal der Postweg gewählt. 

Sophie Fredenhagen (Screenshot Michael Schulze) Norbert Koßyk (Screenshot Louis Mickley) Robert Timmann (Foto Gisela Baudy) Jürgen Marek (Foto Gisela Baudy)

„Ich hätte Sie viel lieber in unserem schönen Rathaus empfangen“, begrüßte Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen die rund 50 Gäste. „Aber besondere Umstände erfordern nun mal besondere Maßnahmen.“ Zum Beispiel auch technische Unterstützung, die bei den bisherigen Präsenz-Verleihungen nicht nötig gewesen war. 

Der nachhaltige Umgang mit Ressourcen liege in der Verantwortung eines jeden Menschen, erklärte Fredenhagen weiter. "Um dieses Verantwortungsbewusstsein zu fördern, hat die Bezirksversammlung den Harburger Nachhaltigkeitspreis ins Leben gerufen, der gemeinsam mit dem NachhaltigkeitsNetzwerk HARBURG21 bereits zum achten Mal verliehen wird. Ich möchte allen Harburger Vereinen, Organisationen und Institutionen danken für die bisher eingebrachten sowie die zukünftigen Projekte, aber vor allem für das große Engagement. "

Jürgen Marek, Mitglied der Lenkungsgruppe HARBURG21 und Moderator des Abends unterstrich die Motivationskraft des Preises. Mit Bick auf das virtuelle Format der Veranstaltung versprach er:  „Wir werden versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.“ Taten wir auch und stellten, wie Marek später bemerkte, die beschleunigende Wirkung digitaler Technik unter Beweis: Es gab keine zeitlliche Überziehung.

Auch Norbert Koßyk, Filialleiter der Sparda-Bank Hamburg in Harburg, überbrückte gelassen die "soziale Distanz". „Der Harburger Nachhaltigkeitspreis ist schon etwas Besonderes, weil er zukunftsgerechte Projekte in Harburg voranbringt“, betonte er in seinem Grußwort an die zugeschalteten Teilnehmer*innen. „Deshalb unterstützt die Sparda-Bank Hamburg neben vielen anderen nachhaltigen Projekten auch gerne diesen Preis.“ 

Freya und Marita Frerichs (Screenshot)

Der erfolgreiche Einsatz für Nachhaltigkeit gelingt vielleicht nicht gleich auf Anhieb. Eine zweite Chance wäre hilfreich. Etwa so, wie sie die beiden BS18-Schülerinnen Freya und Marita Frerichs und ihr Mitschüler Lemmy Feller musikalisch präsentierten. Unter der Leitung von Musiklehrer Holger Biedermann hatten sie den Song "Second Chance" der US-Amerikanischen Rockband Shinedown neu interpretiert und mit Dennis Albrecht auf youtube veröffentlicht.

An der Gitarre: Lemmy Feller (Screenshot Mix)

Nach diesem Ohrenschmaus huschten nacheinander alle 18 Bewerberprojekte per kurzer Power Point Präsentation über den Bildschirm.

"Wie immer gab es viele Aktivitäten zu Bildung, Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutz, daneben aber auch mehr Kunst, Kultur und soziales Engagement", erklärte Chris Baudy, zertifizierter Bildungspartner für Nachhaltigkeit und Mitglied der Lenkungsgruppe von HARBURG21, zu Beginn seiner Ausführungen.  

Und welche Aktivitäten hat die Jury prämiert? Je ein Projekt aus der Rubrik "Zivilgesellschaft & NRO (Nicht-Regierungsorganisation), "Bildung & Forschung" sowie "Wirtschaft & Handwerk" fand die Jury förderwürdig:   

Iain Greis (1. Preis) (Screenshot L. Mickley)Der erste Preis in Höhe von 2.500 Euro ging an das Projekt Wohnen hoch 3, vertreten durch Andreas Najock. "Alle Dimensionen der Nachhaltigkeit, also Ökologie, Ökonomie, Soziales und Partizipation, sind vorbildlich vertreten und werden konsequent umgesetzt", sagte Robert Timmann, Präsidiumsmitglied der Bezirksversammlung Harburg.  Es handle sich um ein innovatives, generationsübergreifendes und integratives Wohnprojekt mit hohem Modellcharakter für Harburg. Besonders hervorzuheben sei die enge Verbindung zwischen Natur und Wohnen. Es zeige eindrücklich, wie ein Miteinander bei Schonung der natürlichen Ressourcen gelingen kann.

Angesichts der beeindruckenden Mitbewerbungen kam die Entscheidung der Jury völlig überraschend für das Team von Wohnen hoch 3. Die Freude war umso größer: "Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung unseres nunmehr vierjährigen Engagements. Der Preis ist eine besondere Auszeichnung für uns", erklärte Iain Greis." Nachhaltiges, ökologisches Bauen muss nicht teurer sein und wir hoffen auf viele Nachahmer*innen im Süderelberaum."  

Dr. Kai Hünemörder (Screenshot L. Mickley)Den zweiten, mit 1.500 EUR dotierten Platz belegte das Projekt IQ Projekt Mission Zukunft – Modul Umwelthandwerk des Zentrums für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik der Handwerks-Kammer Hamburg. Die Jury hob das Innovative und die Kombination von Bildung, ökologische Themen, wirtschaftliche Aspekte und Integration hervor. In Zeiten des Fachkräftemangels entstehe eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. "Das Thema ist von hoher gesellschaftlicher Relevanz", so Timmann.

Nicht weniger überrascht und ebenso freudig waren Haiko Hörnicke und Dr. Kai Hünemörder vom ZEWU über die Zweitplazierung des integrativen Bildungsprojektes: „Die Auszeichnung freut uns und macht uns sehr stolz", so Hörnicke. "Die zielgerichtete Vermittlung von umwelthandwerklichem Know-How gelingt durch die Kooperation mit unseren Partnerprojekten innerhalb des IQ Netzwerks Hamburg. Damit können wir das Fachkräfte-Potenzial aufbauen - für den Klimaschutz und letzlich für uns alle.“

Martha Starke und Beate Kapfenberger (morgen.jetzt) (3. Preis, Screenshot L. Mickley)1.000 EUR bekam das Projekt EcoCi der Technischen Universität Hamburg, Institut für Abwasser-Wirtschaft und Gewässerschutz, Gruppe Bioressourcenmanagement und Zinnwerke e.V. EcoCi stehe für die lokale Kreislaufwirtschaft und zeige nach dem Urteil der Jury anschaulich, wie Bioabfälle gewinnbringend weiterverwendet werden können. Auch diese Auszeichnung kam bei Steffen Walk von der TUHH und dem Team von den Zinnwerken sehr gut an: "Wir freuen uns riesig, den dritten Platz erreicht zu haben", sagte Projektleiter Steffen Walk. Dies zeige die hohe gesellschaftliche Relevanz des Projekts. "Wir sind auf dem richtigen Weg, wissen aber auch, welche großen Schritte noch vor uns liegen und der Preis hilft uns, diese anzugehen", betonte  Walk. 

Wer von der Jury nicht mit einer Prämie bedacht worden war, ging dennoch nicht ganz leer aus. "Alle eingereichten Projekte sind Teil der nachhaltigen Entwicklung im Bezirk", schloss Jürgen Marek die Veranstaltung nach genau 45 Minuten. "Darum erhalten alle Bewerberinnen und Bewerber, die keinen Preis bekommen haben, eine Anerkennungsurkunde." 

Text: Chris Baudy
NUN-Logo Bildungspartner für Nachhaltigkeit
FotosGisela Baudy (3, 4)
Screenshots: Michael Schulze (1), Louis Mickley (2, 5, 6, 7)

Lektüre-TIPPS:

> Artikelreihe mit den Projektprofilen (18)
> Plakataustellung(en) zum 8. Harburger Nachhaltigkeitspreis
> Allgemeine Informationen zum Harburger Nachhaltigkeitspreis
> Bewerberliste mit Preisträgern

> "Second Chance" - Video-Clip der Beruflichen Schule Harburg (BS 18)


 

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