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16.04.2018

Marktgerechte Menschen und Patienten

Aus einem FIlm werden zwei

Das Thema "Krankenhaus" ist umfangreicher als zunächst von den Filmemacher*innen Leslie Franke und Herdolor Lorenz angenommen und muss aus der Doku "Der marktgerechte Mensch" ausgekoppelt und als eigene Doku gestaltet werden. Der Mehraufwand beziffert sich auf 35.000 EUR. Deshalb bittet das Filmteam um "Filmförderung von unten".

Im Einzelnen

Es gibt zwar bereits zahllose TV-Berichte über skandalöse Zustände in den deutschen Krankenhäusern. Erstaunlicherweise fehlt dabei aber der Bezug auf die wesentliche Ursache dieser Zustände: Die seit 2003 verbindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sog. Fallpauschalen (jede diagnostizierbare Krankheit hat einen fixen Preis – wer mit möglichst geringen Personal-, Sach- und Organisationskosten den Patienten optimal schnell abfertigt, macht Gewinn – wer sich auf die Patienten einlässt und Tarife zahlt, macht Verlust). Die Einführung der sog. DRGs (Diagnosis Related Groups) war der radikale Schritt zur kompromisslosen Kommerzialisierung eines Bereichs, der bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurde. Seither wird der Mensch dort, wo er am Verletzlichsten ist, nämlich als hilfsbedürftiger Patient, den gnadenlosen Prinzipien von Gewinn und Verlust untergeordnet.

Fatale Folgen der Fallpauschalen

Bezeichnend ist, dass in der Ankündigung des 17. Europäischen Gesundheitskongresses 2018, auf dem sich die Größen der Gesundheitspolitik und des medizinischen Business treffen, den deutschen Kliniken zwar gute Noten bescheinigt werden. Die größte Sorge sei aber, „dass viele Ärzte und Pflegekräfte nicht mehr gerne in ihrem Beruf arbeiten und sich andere Berufe suchen“. Die Flucht aus den Krankenhäusern ist für PflegerInnen bereits real, weil sie trotz unsäglichem Stress nicht mehr zur wirklichen Pflege der Patienten kommen. Aber auch die meisten Ärzte sind es leid, gezwungen zu sein, in erster Linie auf die Profitabilität ihrer Abteilung zu achten.

Hoffnungsschimmer bereits versunken?

Offensichtlich ist die Angst vor Kliniken ohne Personal auch schon bei der Politik angekommen. So wurde in den Koalitionsvereinbarungen festgelegt, dass das Budget für die Pflege aus den Fallpauschalen herausgenommen wird. Damit wäre ein erster Pfeiler des marktgerechten Preissystems gebrochen. Der ansonsten gar nicht so progressive Krankenhausverband ließ sogar verlauten, er würde sich unter diesen Umständen auch einer Abschaffung der DRGs nicht widersetzen. Allerdings wurde Herr Spahn Gesundheitsminister. Und wenn es nach ihm geht, wird es keine Abstriche an den Fallpauschalen geben.

In der SPD rumort es deshalb

Und mit den Volksentscheiden in Hamburg und Berlin für „Mehr Personal ins Krankenhaus durch feste Personal-Patienten-Schlüssel“ erhöht sich der öffentliche Druck. In dieser Situation halten wir es für unsere Pflicht, den ersten Teil des Films „Der marktgerechte Patient“ bereits in diesem Jahr in die Kinos zu bringen. Viele hundert Veranstaltungen mit diesem Film sollen und können die Diskussion über die DRGs vorantreiben.

Für den ursprünglich geplanten Film „Der marktgerechte Mensch“, der weitere Aspekte der Entsolidarisierung unserer Gesellschaft behandeln wird, werden wir erst danach die Dreharbeiten fortsetzen. Und dessen Premiere wird dann nicht vor der zweiten Hälfte des kommenden Jahres sein.

Zwei Filme statt einem bedeutet für uns leider wesentlich mehr Aufwand und mehr Kosten. Da wir keine finanziellen Reserven haben, müssen wir um 35.000€ weitere „Filmförderung von unten“ bitten.

Helfen Sie mit, dass auch der Film „Der marktgerechte Patient“ entstehen und noch in diesem Jahr in die Kinos kommen kann.

Mit jeder Spende sind Sie Förderer/in der Filme. Von uns, den Filmemachern erhalten Sie dafür keine geldwerte Gegenleistung. Aber der Verein „Gemeingut in BürgerInnenhand“ ist so freundlich, Ihnen

·         ab 20€ eine DVD-Kopie des Films "Der marktgerechte Patient" mit der Lizenz zur nichtkommerziellen Vorführung zukommen zu lassen

·         ab 35 €  die DVD-Kopien der Filme „Der marktgerechte Patient“ und „Der marktgerechte Mensch“ zukommen zu lassen  mit der Lizenz zur nichtkommerziellen Vorführung

·         Jede/r Förderer/in des Filmes, die bereits eine Summe bis zu 30 €  gespendet haben, müssen nur 5€ mehr mit dem Vermerk „Der marktgerechte Patient“ spenden. Dann wird der Verein „Gemeingut in BürgerInnenhand“ so freundlich sei, Ihnen die DVD-Kopien beider Filme mit der Lizenz zur nichtkommerziellen Vorführung zu schicken

·         Wenn Sie bereits ab 35 € gespendet haben, erhalten Sie wie oben genannt beide Filme.

Zahlungen bitte auf das Konto: Empfänger: Der marktgerechte Patient, GLS Bank, IBAN: DE49430609672020346200, BIC: GENODEM1GLS oder auch per PayPal
 
35.000 EURO  ist die Filmförderung von unten, damit auch der erste der beiden Filme entstehen und dieses Jahr in die Kinos kommen kann.

Fragen senden Sie gerne an film@marketable-people.org.

Leslie Franke und Herdolor Lorenz
www.der-marktgerechte-mensch.org
FACEBOOK |www.kernfilm.de



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