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17.01.2021

Harburg heute, morgen, übermorgen (9): Obdachlosenherberge Harburg-Huus

Vorab-Würdigung aller Bewerberprojekte zum 8. Harburger Nachhaltigkeitspreis und Fortsetzung der Reihe zu Harburgs nachhaltiger Projektlandschaft

In der Reihe „Harburg heute, morgen, übermorgen“ stellt HARBURG21 alle 18 Projekte in alphabetischer Reihenfolge vor, die sich in der Zeit vom 14. September bis 19. Oktober 2020 für den 8. Harburger Nachhaltigkeitspreis beworben hatten. Der Grund für die Vorab-Präsentation: Das aktuelle Infektionsgeschehen, wodurch die für den 20. November 2020 geplante öffentliche Preisverleihung mit Nennung der Siegerprojekte und und die Posterausstellung auf den 19. März 2021 verschoben werden mussten.

Teil 9 beleuchtet die soziale Grenzen überschreitende Umweltaktion Obdachlosenherberge Harburg-Huus wird zum Strand-Huus des DRK-Kreisverbandes Hamburg-Harburg.

Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Gäste der Obdachlosenunterkunft Harburg-Huus (Foto Harald Halpick)

Wer wünscht sich das nicht: gesund und sicher im Warmen und Trockenen zu wohnen statt auf der Straße leben zu müssen, gesellschaftlich relevant zu sein und teilhaben zu können, statt aussortiert und stigmatisiert zu werden? Wohnungs- und mittellosen Menschen geht es haargenau so. Und Hamburg hat viele davon. Über 1.000 Menschen ohne festen Wohnsitz zählte die Stadt in ihrer jüngsten Umfrage (Dezember 2018). Sie beziehen Arbeitslosengeld (ALGII), Sozialhilfe, kleine Renten, arbeiten im Niedriglohnsektor oder gehen Gelegenheitsjobs nach und betteln.

DRK-Fundraiserin Dr. Simone Thiede und Thorben Goebel-Hansen, Einrichtungsleiter Harburg-Huus, mit der kanadischen Schäferhündin Hazel (Foto Ulrich Bachmeier)"Es gibt viele Gründe, warum Menschen in die Obdachlosigkeit gleiten: Armut, Krankheit oder persönliche Schicksalsschläge. Hinzu kommen steigende Mieten und der Wohnungsmangel", beschreibt Dr. Simone Thiede vom DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg die prekäre Lage von Obdachlosen. Da herauszukommen ist nicht ohne ein Mindestmaß an Existenzsicherung und psychische und soziale Stabilisierung möglich.

Hier setzt das Strand-Huus-Projekt in Harburg an: Mit der ehrenamtlichen Beteiligung am weltweiten „World Cleanup Day“ im September hat die Obdachlosen-Unterkunft Harburg-Huus seinen Gästen eine einfache Möglichkeit geschaffen, mitzumischen und aktiv für Mensch, Tier und Umwelt einzutreten. Im Verbund mit Kindern, Mitarbeitenden eines Buslogistikunternehmens, Umwelt-Aktiven befreiten sie einen Strandabschnitt an der Elbe von Dönertüten, Joghurtbechern, Deckeln und allerlei anderem Unrat. Sozialer Status oder Bildungsstand spielten bei dieser Aufräumaktion keine Rolle. Was zählte, war das gemeinsame Bestreben, Harburg zu entmüllen und etwas lebens- und liebenswerter zu gestalten.

Gemeinschafts-Aktionen wie diese öffnen allen Beteiligten die Augen, schaffen Raum für Begegnung auf Augenhöhe und mehr Akzeptanz. Vor allem aber erfahren diejenigen unter ihnen, die sich in psychisch und wirtschaftlich schwierigen Lebensumständen befinden, Wertschätzung als Mitmenschen. "Das stärkt ihr Selbstwertgefühl und die Bereitschaft, ihre Lage zu verbessern", ergänzt Thorben Goebel-Hansen, Einrichtungsleiter des Harburg-Huus. So können sie auch Teil der nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft werden. Denn es gilt: Leave no one behind! Dieses integrative Projekt ist sozial, ökologisch und wirtschaftlich tragfähig aufgestellt. Mehr zum Harburg-Huus unter https://www.harburg-huus.de/

BewerberplakatProjekt-Kurzinfo:
TRÄGER: Obdachlosenherberge Harburg-Huus / DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg
TITEL: Harburg-Huus wird Strand-Huus
BEGINN: September 2020
KOOPERATION mit: Buslogistikunternehmen, Umwelt-Aktivist*innen, Kinder, Gäste
THEMEN: Umweltschutz, Inklusion & Integration, Gesundheit (Erholungswert schaffen)
SDGs: 3 (Gesundheit) 11 (inklusive Stadt), 13 (Klimaschutz), 14 (Leben im Wasser) 15 (Leben an Land)
NACHHALTIGKEITS-DIMENSIONEN/ASPEKTE: Umwelt, Soziale Gerechtigkeit, Partizipation, Vernetzung, Wirtschaft

Nächste Woche geht es mit „R“ wie Rüm Hart – Stiftung weiter. Eine alphetische Auflistung aller Bewerberinnen und Bewerber finden Sie in der Rubrik Mitmachen/Nachhaltigkeitspreis/Bewerber 2020.

Hintergrund: Unter dem Motto „Mit gutem Beispiel voran. Für Harburg. Für alle. Für  heute und morgen“ ehrt die Bezirksversammlung Harburg seit 2013 jährlich Akteurinnen und Akteure, die sich für die Sicherung unserer natürlichen und sozialen Lebensgrundlagen für heute und morgen im Bezirk Harburg engagieren. Eine unabhängige Jury aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Gesellschaftsbereiche prämiert vorbildliche und zukunftsweisende Projekte. In einer feierlichen Veranstaltung mit Rahmenprogramm und Plakatausstellung werden alle Bewerberprojekte der Öffentlichkeit vorgestellt und die Preise an die Gewinnerinnen und Gewinner übergeben. Das bio-faire, vegan-vegetarische Catering nutzen die Teilnehmenden gerne zu Austausch und Vernetzungsgesprächen. Diesjähriger Sponsor ist erneut die Sparda-Bank Hamburg.

Weitere Infos zum Nachhaltigkeitspreis finden Sie unter Mitmachen/Nachhaltigkeitspreis und Mitmachen/Nachhaltigkeitspreis/Allgemeines.

> Überblick Bewerberprofile 2020 mit Links zu den Einzelartikeln

Chris Baudy
NUN-Logo Bildungspartner für Nachhaltigkeit

 

 

Tipp: Beim Anklicken lassen sich die Bilder vergrößern

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