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13.02.2021

Harburg heute, morgen, übermorgen (13): „EcoCi“ mit der Technischen Universität Hamburg

Vorab-Würdigung aller Bewerberprojekte zum 8. Harburger Nachhaltigkeitspreis und Fortsetzung der Reihe zu Harburgs nachhaltiger Projektlandschaft

In der Reihe „Harburg heute, morgen, übermorgen“ stellt HARBURG21 alle 18 Projekte in alphabetischer Reihenfolge vor, die sich in der Zeit vom 14. September bis 19. Oktober 2020 für den 8. Harburger Nachhaltigkeitspreis beworben hatten. Der Grund für die Vorab-Präsentation: Das aktuelle Infektionsgeschehen, wodurch die für den 20. November 2020 geplante öffentliche Preisverleihung mit Nennung der Siegerprojekte und die Posterausstellung auf den 19. März 2021 verschoben werden mussten.

Nach „Biond“ (Projektporträt Nr. 1) und „PolyMehr“ (Projektporträt Nr. 12) betrachten wir mit EcoCi von der Technischen Universität Hamburg eine dritte Form lokaler Kreislaufwirtschaft.

Einige der Mitglieder des EcoCi Teams: Klaus Willke (verdeckt), Steffen Walk (TUHH), Beate Kapfenberger (morgen.jetzt), Tim Simon-Meyer (HCU), Matthias Ballestrem (HCU) (Foto Martha Starke)

Reif für die Insel? Sagt man ja so, wenn der persönliche Energielevel gegen Null geht. Auf der Elbinsel Wilhelmsburg, genauer Am Veringhof 7, gibt es keinen Mangel an Energie. In der Ansammlung von Ateliers, Büros, Werkstätten und Coworking-Bereichen plus riesigem Gartengelände sprüht es nur so vor kreativer Energie: sei es die gemeinschaftliche Rettung der einst vom Abbruch bedrohten ehemaligen Wilhelmsburger Zinnwerke durch den Zinnschmelze e.V. vor sieben Jahren oder das aktuelle Bio-Energie-Kreislaufprojekt „EcoCi“ der Technischen Universität Hamburg (TUHH).

Biogasreaktoren mit dem Substrat  (Obst- und Gemüsereste) (Foto Steffen Walk)Das Modell sieht sich als Alternative zum vorherrschenden Einbahn-Denken, (ungenießbare) Lebensmittel-Reste wären nutzloser Abfall. Bei „EcoCi“ ist den Küchenabfällen aus Wilhelmsburger Restaurants und Großküchen ein höheres Ziel bestimmt: Sie lösen sich größtenteils in Luft auf, verpuffen aber nicht, sondern kehren an den einen und anderen Herd in der Zinnschmelze zurück. Das ist aber nicht die ganze Geschichte: In einer einfachen, selbstgebauten Biogas-Anlage zersetzen diverse Mikroorganismen die Lebensmittelreste. Es entsteht ein Biogasgemisch aus Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2), das direkt vor Ort genutzt werden kann. Bioreste, die nicht komplett abgebaut werden können, bleiben als Gärschlamm zurück und mit ihm jede Menge Mineralien. Sein neuer Wirkungskreis ist der Komposthaufen, wo nährstoffreiche Erde entsteht, die wiederum auf den Kräuter- und Gemüse-Hochbeeten der Zinnschmelze ihren Dienst tut. „So können die Nährstoffe effizienter dort eingesetzt werden, wo sie auch aus dem Boden entnommen werden, wenn die Lebensmittel lokal angebaut werden“, erläutert der Initiator Steffen Walk, Promotionsstudent an der TUHH.

So weit der Plan. Die Bioanlage muss noch gebaut werden. Über Flyer und Workshops etwa soll das Projekt bekannter und „verdaulicher“ gemacht werden. Vor allem soll gezeigt werden, wie und dass Bio-Reste-Recycling als effiziente lokale Energie-Kreislaufwirtschaft funktioniert – und sich zum Beispiel der ausschließliche Anbau von Mais für die Energie-Industrie erübrigt. Auch bei diesem Projekt zeigen sich klare ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeitsaspekte.

BewerberplakatProjekt-Kurzinfo:
TRÄGERSCHAFT: Technische Universität Hamburg (Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz, Gruppe Bioressourcenmanangement) und Zinnwerke e.V.
TITEL: EcoCi (Zinnergie)
BEGINN: März 2020
KOOPERATION mit: HafenCity Universität (HCU – Professur Architektur und Experimentelles Entwerfen), Freiwillige (engagierte Mitbürger*innen)
THEMEN: Ressourcen-, Umwelt- & Klimaschutz, Kunststoff-Aufbereitung, Upcycling, Inklusion & Integration
SDGs: 4 & 4.7 (Bildung für nachhaltige Entwicklung), 7 (Energie), 12 (nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster), 13 (Klimaschutz), 15 (Leben an Land)
NACHHALTIGKEITS-DIMENSIONEN /ASPEKTE: Umwelt, Soziale Gerechtigkeit, Partizipation, Wirtschaft

Im nächsten Projekt lernen Sie die öko-kulturellen Ideen von Thi Minh Tran und Noriko Kura kennen. Eine alphetische Auflistung aller Bewerberinnen und Bewerber finden Sie in der Rubrik Mitmachen/Nachhaltigkeitspreis/Bewerber 2020.

Hintergrund: Unter dem Motto „Mit gutem Beispiel voran. Für Harburg. Für alle. Für  heute und morgen“ ehrt die Bezirksversammlung Harburg seit 2013 jährlich Akteurinnen und Akteure, die sich für die Sicherung unserer natürlichen und sozialen Lebensgrundlagen für heute und morgen im Bezirk Harburg engagieren. Eine unabhängige Jury aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Gesellschaftsbereiche prämiert vorbildliche und zukunftsweisende Projekte. In einer feierlichen Veranstaltung mit Rahmenprogramm und Plakatausstellung werden alle Bewerberprojekte der Öffentlichkeit vorgestellt und die Preise an die Gewinnerinnen und Gewinner übergeben. Das bio-faire, vegan-vegetarische Catering nutzen die Teilnehmenden gerne zu Austausch und Vernetzungsgesprächen. Diesjähriger Sponsor ist erneut die Sparda-Bank Hamburg.

Weitere Infos zum Nachhaltigkeitspreis finden Sie unter Mitmachen/Nachhaltigkeitspreis und Mitmachen/Nachhaltigkeitspreis/Allgemeines.

> Überblick Bewerberprofile 2020 mit Links zu den Einzelartikeln

Chris Baudy
NUN-Logo Bildungspartner für Nachhaltigkeit

Tipp: Beim Anklicken lassen sich die Bilder vergrößern

 

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