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06.02.2021

Harburg heute, morgen, übermorgen (12): “PolyMehr“ mit der Tagesstätte Harburg-Carrée

Vorab-Würdigung aller Bewerberprojekte zum 8. Harburger Nachhaltigkeitspreis und Fortsetzung der Reihe zu Harburgs nachhaltiger Projektlandschaft

In der Reihe „Harburg heute, morgen, übermorgen“ stellt HARBURG21 alle 18 Projekte in alphabetischer Reihenfolge vor, die sich in der Zeit vom 14. September bis 19. Oktober 2020 für den 8. Harburger Nachhaltigkeitspreis beworben hatten. Der Grund für die Vorab-Präsentation: Das aktuelle Infektionsgeschehen, wodurch die für den 20. November 2020 geplante öffentliche Preisverleihung mit Nennung der Siegerprojekte und und die Posterausstellung auf den 19. März 2021 verschoben werden mussten.

Unser zwölftes Projektporträt PolyMehr mit der Tagesstätte Harburg-Carrée zeigt, wie Plastik mit ökologischem und sozialem Mehrwert genutzt werden kann.

PolyMehr-Crew in der Werkstatt der Produktionsschule Harburg. V.l.n.r.: Martin Stempfle, Birgit Körber, Christopher Harry Graf, Roman Lorenz, Nihada Ahmetovic (Foto Eibe Maleen Krebs)Leicht ist es, bunt, praktisch und seit den 1950ern nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken: Plastik ist (fast) überall drin, dran, drauf oder drumherum. Allerdings zerfällt es erst nach mehreren hundert Jahren. Durch die achtlose Entsorgung zu Lande und zu Wasser essen, trinken und atmen wir mittlerweile mikroskopische Kunststoffe. Ein ungesunder Kreislauf. Eine bessere Idee steckt hinter dem Projekt „PolyMehr“, einer Anspielung auf den Kunststoff-Hauptbestandteil „Polymer“ und „Mehrwegsystem“.

Die Beschäftigten der Tagesstätte Harburg Carrée, die von Leben mit Behinderung Hamburg (LmBH) betrieben wird, haben erste Schritte in Richtung lokaler Plastik-Kreislaufwirtschaft gemacht.

Birgit Körber beim Befüllen des Kunststoff-Schredders  mit Plastik-Deckeln (Foto Eibe Maleen Krebs)Es begann im September mit einem Workshop in der Tagesstätte zu den Vorzügen des Werkstoffes Plastik sowie zu den ökologischen Nachteilen. Nachdem sie viele Plastikdeckel und anderen Verpackungsmüll aus Kunststoff gesammelt hatten, gingen die Tagesstätten-Beschäftigten einmal wöchentlich für zwei bis drei Stunden an die Elbe im Harburger Binnenhafen. Dort, in einer arbeitssicheren und barriere-freien Werkstatt, begann der eigentliche Arbeitsprozess: erst nach Farben, dann nach Sorte trennen; hier half der Infrarot-Identifikator. Und schließlich – unter kritischer Aufsicht des PolyMehr-Teams – den Schredder füttern, damit Plastikgranulat (fachsprachlich: Rezyklat) entsteht. Der gewonnene Werkstoff wurde noch im November letzten Jahres mit Hilfe einer Art Schmelztiegel (Extruder) verflüssigt und zur Abkühlung und Verhärtung wieder ausgespuckt. Das sortenreine Endprodukt übernahm im Dezember 2020 die benachbarte Tischlerei für den Möbelbau – als stabile Balken.

Damit sich „PolyMehr“ künftig selbst tragen kann, braucht es Planungssicherheit. „Die größte Herausforderung ist es, eine verlässliche Plastik-Müll-Quelle in Harburg zu finden“; erklärt Projektleiter Roman Lorenz. Das überrascht wenig, wenn man bedenkt, dass 2019 laut BUND-Plastik-Atlas die Recycling-Quote von Kunststoff in Deutschland bei 16 % liegt (weltweit bei 9%), weil der große Rest entweder in Müllverbrennungsanlagen oder im Ausland landet. Das inklusive Umweltprojekt ist eine Form nachhaltiger Wirtschaftsweisen. Mehr zu Leben mit Behinderung unter https://www.lmbhh.de.

BewerberplakatProjekt-Kurzinfo:
TRÄGERIN: Leben mit Behinderung Hamburg (LmBH) gGmbH – Tagesstätte Harburg Carrée
TITEL: PolyMehr
BEGINN: September 2020
KOOPERATION mit: HoFaLab (Honig Fabrik Labor) Wilhelmsburg, Precious Plastic Hamburg (PPHH)
THEMEN: Ressourcen-, Umwelt- & Klimaschutz,, Kunststoff-Aufbereitung, Upcycling, Inklusion & Integration
SDGs: Nr. 4 & 4.7 (Bildung für nachhaltige Entwicklung), 8 (inklusive und menschenwürdige Wirtschaft),11 (inklusive Stadt), 12 (nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster), 13 (Klimaschutz), 14 (Leben im Wasser), 15 (Leben an Land)
NACHHALTIGKEITS-DIMENSIONEN /ASPEKTE: Umwelt, Soziale Gerechtigkeit, Partizipation, Wirtschaft

Im nächsten Projekt erfahren wir mehr über das Projekt EcoCi“ der Technischen Universität Hamburg. Eine alphetische Auflistung aller Bewerberinnen und Bewerber finden Sie in der Rubrik Mitmachen/Nachhaltigkeitspreis/Bewerber 2020.

Hintergrund: Unter dem Motto „Mit gutem Beispiel voran. Für Harburg. Für alle. Für  heute und morgen“ ehrt die Bezirksversammlung Harburg seit 2013 jährlich Akteurinnen und Akteure, die sich für die Sicherung unserer natürlichen und sozialen Lebensgrundlagen für heute und morgen im Bezirk Harburg engagieren. Eine unabhängige Jury aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Gesellschaftsbereiche prämiert vorbildliche und zukunftsweisende Projekte. In einer feierlichen Veranstaltung mit Rahmenprogramm und Plakatausstellung werden alle Bewerberprojekte der Öffentlichkeit vorgestellt und die Preise an die Gewinnerinnen und Gewinner übergeben. Das bio-faire, vegan-vegetarische Catering nutzen die Teilnehmenden gerne zu Austausch und Vernetzungsgesprächen. Diesjähriger Sponsor ist erneut die Sparda-Bank Hamburg.

Weitere Infos zum Nachhaltigkeitspreis finden Sie unter Mitmachen/Nachhaltigkeitspreis und Mitmachen/Nachhaltigkeitspreis/Allgemeines.

> Überblick Bewerberprofile 2020 mit Links zu den Einzelartikeln

Chris Baudy
NUN-Logo Bildungspartner für Nachhaltigkeit

Tipp: Beim Anklicken lassen sich die Bilder vergrößern

 

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