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25.11.2017

Drei Preisträger beim 5. Harburger Nachhaltigkeitspreis

Am 24. November 2017 wurde im Harburger Rathaus der mit 2.000 Euro dotierte Harburger Nachhaltigkeitspreis verliehen. Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Jürgen Marek überreichte Birgit Rajski, Vorsitzende der Bezirksversammlung Harburg, die Preise.

Die Gäste lauschen den Songs von Iri Antler (Foto Gisela Baudy)Rund hundert Gäste waren in das Harburger Rathaus gekommen, um an der Verleihung des 5. Harburger Nachhaltigkeitspreises teilzunehmen. Nach der Begrüßung der Gäste betonte Jürgen Marek, Lenkungsgruppenmitglied von HARBURG21, dass unsere Zukunft von unseren heutigen Entscheidungen abhängt. "Viele sagen, wir hätten keine zweite Erde und deswegen auch keinen Plan B für unsere Zukunft. Fakt ist, wir haben auch keinen Plan A. Der Bezirk Harburg sucht Bürgerinnen und Bürger mit innovativen Ideen für morgen. Dafür steht gerade auch der Harburger Nachhaltigkeitspreis."

Iri Antler (Foto Gisela Baudy)Nach der Begrüßung stimmte die russische Sängerin Iri Antler mit gefühlvollen Liedern von Adele, Tori Amos, Placebo und eigenen Songs die Besucherinnen und Besucher auf die Präsentation aller Bewerberinnen und Bewerber und auf die Preisverleihung ein.

In einer PowerPoint-Präsentation stellte Dr. Chris Baudy, Bildungspartner für Nachhaltigkeit und Mitglied der Lenkungsgruppe von HARBURG21, die besonderen Leistungen aller Initiativen vor, die sich mit ihren Projekten beworben hatten. Die insgesamt 20 Projekte kamen aus den Bereichen Entwicklungshilfe, Partizipation, Integration, Kommunikation, Natur, Ressourcen- und Klimaschutz sowie Produktion und Konsum.

Birgit Rajski (Foto Gisela Baudy)Dann präsentierte Birgit Rajski den Harburger Nachhaltigkeitspreis, gab die Gewinner bekannt und überreichte gemeinsam mit Tülin Akkoc, der zweiten stellvertretenden  Vorsitzenden der Bezirksversammlung, die Siegerurkunden und die Checks. 

Der erste Preis in Höhe von 1.000 Euro ging an den Projektkoordinator Jan Wibbing der Technischen Universität Hamburg für das Projekt Slope Farming in Arba Minch, Äthiopien. Es handelt sich um eine Kooperation zwischen TUHH-Studierenden und lokalen Akteuren zur modellhaften Regenerierung von Land- und Wasser-Ressourcen. Die vier Hektar große, stark erodierte und degradierte Fläche in Arba Minch soll landwirtschaftlich wieder nutzbar gemacht werden. Das Ziel ist die Schaffung von Ernährungs- und Wassersicherheit für die Menschen vor Ort und unter anderem die Bekämpfung klimabedingter Fluchtursachen. – Das Slope-Farming-Projekt der TUHH überzeugte die Jury durch seine großen praktischen Auswirkungen für die lokale Bevölkerung und den großen Lerneffekt für die TUHH-Studierenden. "Ich freue mich sehr über die Ehrung im Rahmen des Harburger Nachhaltigkeitspreises. Das Preisgeld wird uns helfen, unser Projekt weiter voranzutreiben, mit 1000 Euro können wir vor Ort sehr viel erreichen.", erklärte der TUHH-Doktorand.

v.l.n.r.: Andrea Sulewski (3.Preis), Schülerinnen des Alexander-von-Humboldt-Gymnasium (2. Preis), Jan Wibbing (1. Preis) (Foto Chris Baudy)

Den zweiten Preis in Höhe von 600 Euro nahm das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium für das Projekt Schülerfirma, umweltschonend produzierte Schulsachen und Fairtrade-Schokolade freudig entgegen. Ziel ist es laut Schulleiterin Sabine Hansen und Kursleiter Thorsten Kruse, den Gedanken von Fairtrade und Ökologie den potentiellen Käufern fairer Produkte inhaltlich bekannt zu machen, zu verbreiten (z. B. auf Elternabenden oder Einschulungen) und per Verkauf und Einkauf in die Tat umzusetzen. – Das Projekt fand die Zustimmung der Jury durch seine Berücksichtigung der drei Nachhaltigkeits-Dimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie, durch die partizipative Einbindung von Schüler*innen und Eltern und durch das Erreichen einer großen Personenzahl. "Schön, dass wir den Preis gewonnen haben. Das Geld können wir sehr gut zu projektbezogener Werbung und Marketing gebrauchen", sagte Hansen.

Den dritten Preis in Höhe von 400 Euro vergab die Jury an den "Kindergarten Schatzkinder" der Pedia GmbH. Das Projekt Schutz von Wildbienen, das Kita-Kinder für einen bewussten Umgang mit Wildbienen und anderen Insekten sensibilisieren möchte, zeigt laut Jury glaubhaft, dass die Umsetzung dieses hoch aktuellen Themas in der Kita sehr engagiert erfolgte. Auch dürfte das damit verbundene intensive Erleben die Einstellung der Kinder zur Natur bleibend verändern. Die Kitaleiterin Andrea Sulewski und ihre beiden Kolleginnen waren völlig überrascht: "Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet."

 Alle Bewerberinnen und Bewerber mit Birgit Rajski (Mitte), Tülin Akkoc und den Jury- und HARBURG21-Lenkungsgruppen-Mitgliedern (Foto Gisela Baudy)

Auf die Preisverleihung folgte die Würdigung der anderen siebzehn Bewerberinnen und Bewerber mit der Überreichung von Anerkennungsurkunden, fair gehandelten Rosen und der neuesten Ausgabe des Lynx-Magazins.

Iri Antler im Kreise der Gäste (Foto Gisela Baudy)Iri Antler sorgte mit weiteren einfühlsamen Liedern für einen stimmungsvollen Ausklang.

Der Abend endete mit Fingerfood der Bioinsel Harburg, dem liebevoll vorbereiteten biofairen Catering von Ingeborg Witton und mit anregenden Gesprächen in lockerer Runde. Es gab viele positiven Stimmen zur Präsentation und Würdigung aller Bewerberprojekte, zur Vernetzungsmöglichkeit, zu den vielfältigen Anregungen und zur Ausstellung der Bewerberplakate im Treppenaufgang des Harburger Rathauses. "Ich finde die Kurz-Präsentation der Projekte immer sehr spannend und absolut wichtig", sagte etwa Birte Kling vom Freiwilligennetzwerk Harburg. Saskia Frey vom EnergieBauZentrum, das sich mit einer Müllsammelaktion beworben hatte, bedankte sich für den schönen Abend: "Ich bin froh, dass ich heute dabei sein konnte. Vielen Dank für die gelungene Veranstaltung. Ich hoffe, dass wir uns nächstes Jahr wieder mit einem neuen Projekt bewerben können."

Kooperationspartner der Veranstaltung war wie in den letzten beiden Jahren die Initiative HARBURG21, welche die Lokale Agenda 21 und das NachhaltigkeitsNetzwerk im Raum Harburg darstellt.

Die Ausstellung der 20 Bewerberplakate ist zusammen mit dem Siegerplakat im Harburger Rathaus bis zum 6. Dezember zu sehen. Im Rahmen der nachfolgenden Netzwerk- und Jubiläums-Veranstaltung ("20 Jahre Gelebte Nachhaltigkeit" mit Klimaforscher Prof. Mojib Latif, 8. Dezember, ab 17.00 Uhr) können Interessierte eine Zusammenstellung aller Bewerbungen von 2013 bis heute studieren. Diese zweite Ausstellung läuft bis zum 31. Januar 2018.

Download:
Alle Bewerber*innen mit Kurzbeschreibung

Links:
>
Allgemeine Informationen zum Nachhaltigkeitspreis und zu den Projekten 2013 bis 2017
> Ausstellung der Sieger- und Bewerberplakate 2017

Text Chris Baudy, Gisela Baudy
Fotos: Gisela Baudy (1,2,3,5,6), Chris Baudy (4)
Anmerkung: Die Fotos lassen sich beim Anklicken vergrößern. Die Fotolegende erscheint beim Rüberscrollen über das (nicht vergrößerte) Foto.

 

 


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