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24.11.2018

6. Harburger Nachhaltigkeitspreis: Von Energie bis Umweltschutz

Ehrung zukunftsorientierter Projekte

Rund 100 Harburgerinnen und Harburger verfolgten am 23. November 2018 gespannt die Verleihung des 6. Harburger Nachhaltigkeitspreises im hiesigen Rathaus. 20 zukunftsfähige Projekte aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft hatten sich um den mit 2.000 EUR dotierten Preis beworben. Am Ende gab es drei glückliche Gewinner und eine Anerkennung mit besonderer Erwähnung.

Leichte Harfen- und Keyboard-Klänge begleiten die Besucher*innen auf ihrer Platzsuche im Großen Saal des hiesigen Rathauses. Hier ein freundliches Zunicken oder Winken, dort ein herzliches Händeschütteln und Small-Talk. Vorne links neben dem Rednerpult heißt uns die große Leinwand zum 6. Harburger Nachhaltigkeitspreis herzlich willkommen. Kurz vor 18 Uhr mischen sich 25 Teenies vom Harburger Alexander-von-Humboldt-Gymnasium unter das Publikum und besetzen die letzen freien Plätze.

Jürgen Marek (Foto Gisela Baudy)Jürgen Marek, Lenkungsgruppenmitglied von HARBURG21 und Moderator des Abends, zeigt sich positiv überrascht über die hohe Besucherzahl. "Als diesjähriger Star des alljährlichen "Herrenabends" im Privathotel Lindtner, konnte Cem Özdemir, Bundestagsabgeordneter der Grünen, offenbar nur unsere Kommunalpolitiker in größerer Zahl von unserem Event hier abziehen." Dabei brauche nachhaltige Entwicklung neben Bildung ganz klar auch Unterstützung aus Politik und Verwaltung – was in Harburg, dem einzigen der sieben Bezirke Hamburgs, durchaus auch gelebt werde. 

Gunda Wüpper (Foto Gisela Baudy)Gunda Wüpper betritt das Rednerpult. "Nachhaltigkeit geht jeden von uns an, ob jung oder alt, ob Privatperson oder Berufstätige. Und die Zeit drängt, wie wir dem jüngsten Bericht des Klimarates entnehmen können." Die Leiterin des Zentrums für Wirtschaftsförderung, Bauen und Umwelt unterstreicht in diesem Zusammenhang den Wert der Verleihung des Harburger Nachhaltigkeitspreises für unsere Zukunft. "Die Veranstaltung gilt aber nicht nur den heutigen Preisträgerinnen und Preisträgern. Alle, die sich in diesem Jahr beworben haben, sollen heute Abend für ihre Ideen und Projekte geehrt werden."

v.l.n.r.: Charlotte Regelski, Ronja Lüdemann (Foto Chris Baudy)Auf der rechten Saalseite geben jetzt die rotholzige irische Harfe und die dunkelbraune Konzertgitarre den Ton an. "Who’s gonna sing the song of change?" fragen die Harburger Gymnasiastinnen Charlotte Regelski (17) und Ronja Lüdemann (18) in ihrer zweistimmigen Interpretation von Tina Dicos Weckruf  "No time to sleep".

Wieder schreitet ein Redner zum Pult. Der knapp 20-minütige Werbeblock für sämtlich eingereichte Maßnahmen und Projekte beginnt und bewegt sich vom gesunden gymnasialen Pausenfrühstück bis zur integrativen Neugrabener Fahrradwerkstatt für Zugereiste. "Die Themenpalette reicht von E Robert Timmann (Foto Gisela Baudy)wie Energie bis U wie Umweltschutz. Dazwischen gibt es auch das eine oder andere sozial orientierte Projekt", klärt uns Dr. Chris Baudy, Bildungspartner für Nachhaltigkeit und Lenkungsgruppenmitglied von HARBURG21, auf. Dass erstmalig mehr Aktivitäten aus Harburger Wirtschaftskreisen dabei waren, findet er besonders erfreulich.

Gespannte Gesichter, Fußscharren: Jetzt geht es mit großen Schritten dem Höhepunkt des Abends entgegen: der Kür der Siegerprojekte mit Robert Timmann, stellvertretender Vorsitzender der Bezirksversammlung und Jury-Mitglied, Gunda Wüpper und Frank Wiesner, Vorsitzender des Fördervereins HARBURG21.

v.l.n.r.: Robert Timann, Frank Warschau, Dirk Zimmer, Holger Jönnson (Foto Gisela Baudy)Eine Anerkennung mit besonderer Erwähnung erhält die Stilbruch-Betriebsgesellschaft mbH für ihr Harburger Projekt "Stilbruch Pop-Up Store". "Als Tochter-Unternehmen der Hamburger Stadtreinigung verbindet es erfolgreiches Wirtschaften mit sozialer und umweltbewusster Verantwortung und ist für die Mitarbeitenden ein Sprungbrett auf den ersten Arbeitsmarkt", so Timmann, Zudem schone Stilbruch unsere Ressourcen durch Wiederverwendung und Förderung des Umdenkens vom Wegwerfen zur Weiternutzung. Eine fair gehandelte Flasche Rotwein kommt hinter dem Blumengesteck auf dem Sitzungspult hervor und gesellt sich zur Urkunde.

v.l.n.r.: Frank Wiesner, Robert Timmann, Kai Schmille, Guna Wüpper (Foto Gisela Baudy)Die Gesellschaft für ökologische Planung e.V. (GÖP) schafft es auf den zweiten Platz und erhält von der Jury 500 EUR Preisgeld für ihre Renaturierungs-Maßnahmen am Elbufer (Schweenssand). Die Begründung: "Durch den Rückbau künstlich angelegter Uferbefestigungen an ausgewählten Stellen dringt das Elbwasser bei Flut wieder in die Tideauen vor, es bilden sich dadurch natürlich geformte Bereiche, die dort seltenen Pflanzen und Tieren wieder einen Lebensraum bieten."

Vereinzelt Geflüster – keinen Dritten Platz? Achselzucken und ein Zeigefinger auf den Lippen. Bald schon wird klar: Es gibt dieses Mal zwei erste Plätze, die sich die verbleibenden 1.500 EUR Preisgeld teilen dürfen.

v.l.n.r.: Frank Wiesner, Robert Timmann, Manfred Wolff, Gunda Wüpper (Gisela Baudy) Den einen ersten Platz räumt das Projekt "Fahrradwerkstatt für Geflüchtete" des Vereins "Willkommen in Süderelbe" ab. In den Augen der Jury spricht das Projekt alle Dimensionen der Nachhaltigkeit an:  Soziales, Ökonomie, Ökologie und Partizipation. "So ist die gemeinsame Arbeit an den Fahrrädern auf Augenhöhe kein Service, sondern ein aktiver Prozess der Partizipation und Integration. Gleichzeitig steht die Fahrradwerkstatt für ressourcenschonendes Recycling sowie Förderung der umweltfreundlichen und kostengünstigen Mobilität."

v.l.n.r.: Frank Wiesner, Robert Timmann, Jens-Uwe Kretzer (Foto Gisela Baudy)Auf den anderen ersten Platz haben die Jurymitglieder das Projekt "Klimabaum-Hain" der Baumschule Lorenz von Ehren gewählt, weil es auch unter dem Einfluss des Klimawandels das Grün der Stadt erhalten will – mit  Stadtbäumen, die ohne zusätzliche Bewässerung, Pflanzenschutzmittel und Dünger auskommen. "Hier fließen Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit zusammen", sagt der Laudator und hat noch eine Überraschung parat: "Das Preisgelt wird die Baumschule der Stiftung „Ein Platz für Kinder“ übergeben."

Das war's dann für den Abend? Nein, noch nicht: Mit den Köpfen mal nach links, zur Mitte oder nach rechts präsentieren die Preisträger sowie alle übrigen Bewerberinnen und Bewerber stolz ihre Sieger- und Anerkennungsurkunden nebst einer fair gehandelten Rose und einer aktuellen "Lynx"-Ausgabe - für das Pressefoto.

Gesamtfoto mit Bewerbern, Jury und Lenkungsgruppe von HARBURG21 (Foto Chris Baudy)

Mit Keyboard, Gitarre und Harfe und teils englischem und teils koreanischem Gesang verzaubern Charlotte und Ronja noch einmal hre Zuhörerschaft. Der offizielle Teil des Abends klingt angenehm aus.

Layla und Ingeborg Witton (Gisela Baudy)Nun aber endlich ran an die Buletten. Ach nein, Fleisch hat leider eine äußerst ungünstige Klimabilanz – hoher Wasserverbrauch, klimaschädliche Methangas-Emissionen, einseitige Landnutzung (und unter Umständen auch Landraub) für Futtermittelanbau und Weideland usw. Also greifen wir nach 100 % bio-zertifiziertes, veganes, vegetarisches und regionales  Fingerfood und trinken Viva Con Agua "Laut" oder "Leise" (Mineralwasser) und Apfelsaft. Ingeborg Witton und Layla sorgen für die geschmackvolle Zubereitung von Paprika- und Möhrenstückchen sowie Käsesticks und portionieren die leckeren Käsestangen der Bioinsel Harburg.

Austausch beim Catering (Foto Gisela Baudy)Gegen 20:30 Uhr schultern die jungen Musikerinnen ihre Instrumententaschen. Langsam verebben auch der angeregte Ideenaustausch und Vernetzungsplausch. Mützen, Schals und Handschuhe kommen zum Vorschein, draußen ist es schließlich kälter als drinnen. Mit Aussagen wie etwa "Danke für den schönen Abend" oder "War mal wieder interessant, wer so alles in Harburg nachhaltig unterwegs ist" oder "Tolles Programm" ging wieder eine erfolgreiche Veranstaltung im Harburger Rathaus zu Ende. //

Text: Chris Baudy
Fotos: Gisela Baudy (1,2,4-8,10-12), Chris Baudy (3,9)

> Bewerberliste 2018 mit Preisträgern
> Plakat Preisträger und besondere Anerkennung

Die Jury    

 

V.l.n.r.: Angelika Grözinger, Frank Wiesner, Robert Timmann, Helga Kedenburg, Rolf Buhs. Nicht im Bild: Dr. Dirka Grießhaber und Jörg Penner (Foto Gisela Baudy)

 

   

Lesen Sie hier mehr zu:
Lorenz von Ehren: > https://www.lve-baumschule.de/  (Stadtbäume)
Willkommen in Süderelbe:>   http://insuederelbe.de/ (Mitmachen)
GÖP > http://www.goep.hamburg/ (Naturschutzgebiete)
Stilbruch > https://www.stilbruch.de/ (Harburg)

"No time to sleep"
> http://www.songlyrics.com/tina-dico/no-time-to-sleep-lyrics/ (Text)

Lynx-Magazin: > http://www.fs-hamburg.org/lynx-druck/ (Downloads)

< Harburger Nachhaltigkeitspreis.

Tipp: Die Fotolegenden erscheinen beim Drüberfahren mit dem Cursur. Ein Anklicken führt zur Vergrößerung.

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